Sonntag, Februar 26, 2017

In Topform durch die Wechseljahre - Buchvorstellung

Annette Nellessen
In Topform durch die Wechseljahre
Hardcover, 19 x 24 cm, 174 Fotos, 376 Seiten 

Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-946245-02-5
Immer weniger Menschen bejahen und begrüßen die Wandelzeiten in ihren Leben. Vor allem vor körperlichen Veränderungen werden Ängste geschürt, trotz aller Aufgeklärtheit lassen wir uns viel zu oft davon anstecken, statt auf das zu vertrauen, was seit Anbeginn der Zeiten zum Werden, Leben und Vergehen gehört. Dazu gehört sogar eine gewisse Abwertung des Selbst, wenn man sich nicht mehr im fruchtbarem Alter befindet und sich die ersten Fältchen sich zeigen. Man möchte es so lange wie möglich hinausschieben, es geistern Wörter wie Osteoporose oder gar Krebs durchs Hirn, für alles und jedes gibt es eine Vorsorgeuntersuchung, deren Ergebnisse auch mal (vielleicht zu oft) danebenliegen. Es wird dann verordnet, was die Pharmazie auf Lager hat und wieder wird das Wichtigste vergessen: Es geht auch ohne. Es ging immer ohne. Sicher nicht in jedem Fall, nicht für ewig – unsere Art zu leben fordert genauso ihren Tribut wie die oft belächelte vermeintliche Unwissenheit vergangener Generationen.
Wenn wir das Wort Wechseljahre hören, wird es uns Frauen doch schon anders. Wir erinnern uns an die Schilderungen der körperlichen und seelischen Erscheinungen, denken mit Grausen daran, dass wir nun selber an der Reihe sind. Wie viele Frauen freuen sich darauf heute noch – wenn überhaupt eine? Auf einen neuen Abschnitt im Leben, darauf freier zu sein, loslassen? Ich kenne kaum eine Frau, die das tut. Vielmehr sehe ich die meisten ängstlich warten, ob das Schreckgespenst sich zeigt und wenn ja, wie heftig es wird.

Damit ist jetzt Schluss, meint Annette Nellessen. Sie hat mit „In Topform durch die Wechseljahre“ einen fundierten, reich bebilderten Leitfaden verfasst, den der HerbaPress-Verlag in ein hochwertiges Buch mit zwei Lesebändchen verpackt hat. Vornehmlich möchte das Buch helfen, möglichen Problemen mit veganer Ernährung zu begegnen.
Die Autorin steigt zunächst mit ihrer eigenen Erfahrung ein, berichtet also als Betroffene. Das tut sie in einer sehr sympathischen, direkten Art. Sie erklärt das Wesen der Wechselzeit, begrüßt sie als willkommenen Übergang in eine neue Zeit im Leben der Frau. Sie vergleicht die allgemeingültigen Therapievorschläge mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, die reich ist an hochwertigen Lebensmitteln und eingebettet in eine ganzheitliche Lebensweise. Die ganz großen Probleme unserer Zeit wie Allergien, Unverträglichkeiten, Darmprobleme, Diabetes etc. werden beleuchtet. Eingestreut im Text finden sich Vorschläge für weiterführende Literatur, Bezugsquellen am Ende. Aus dem Buch quillt ein nicht enden wollender Informationsfluss, der sich angenehm liest. Es finden sich wichtige Informationen zum Thema Gewürze, Öle, Obst und Gemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte und Co, damit man ja richtig informiert ist, die letzten Fragen geklärt sind. Nach dem Einkauf erfolgt die Lagerung, was dabei zu beachten ist und wie die Vorräte aussehen können, auch davon kann man lesen.
Pflege von innen ist hochwertige Nahrung, doch auch die äußere Hülle kann bei ganzheitlichen Betrachtungen natürlich nicht vernachlässigt werden. So finden sich im Buch allerhand Tipps: Kneip, Ayurveda, Ölziehen, Meditation, Bürstenmassage, Sauna, ja sogar transdermale Magnesiumtherapie als Mittel bei Verspannungen (das funktioniert sehr gut), Basenbäder und viele weitere Anwendungen und Themen werden detailliert beschrieben, etwa das Räuchern, selbstgemachte Kosmetika, die Natur als Heilerin, alternative Heilmethoden (das kann auch mal ein Haustier sein), Langsamzeit für Frau in Haus und Alltag, weniger Chemie, mehr Natur, die Seele öfter baumeln lassen. Wie man Stress vermeidet und sich selbst wichtig nimmt – davon erzählt das Buch. Von all den schönen und wichtigen Kleinigkeiten, die Frauen helfen gesund und quicklebendig zu bleiben. Ganz klar, wer da der Sieger ist: Das wilde Weib, das sich traut FRAU zu sein.

Ob Sie sich nun mit der veganen Ernährung anfreunden können oder nicht, ob sie Ihr Schlüssel ist um vital und fit in der Wechselzeit zu sein, das müssen Sie selbst herausfinden. Kosten ist ausdrücklich erwünscht: Die Seiten 181–300 beinhalten genügend Rezepte um einen Exkurs zu wagen. Eigentlich, finde ich, könnte man das Buch jeder Frau schenken, die sich gerade aufmacht in eine neue aufregende Zeit.

Sonntag, Februar 05, 2017

Meine Heimat


Heidi Thaler

 Ich liebe das sanfte hüglige Land,
Mit Feldern bis zu Dorfes Rand.
Die dichten Wälder nach Pilzen duften,
Wo der Mensch muss emsig schuften.

Ich liebe die Tümpel der Niederungen
Wo Froschgequak ans Ohr gedrungen.
Den schaurig Ruf der Kauze bei Nacht,
Amselgesang, wie die Wildente lacht.

Ich liebe die stillen Gassen und schiefen Zäune,
Hör Hähne schrein wenn ich träume.
Die Rosenhecken beim morschen Zaun,
Wildes Gestrüpp, schön anzuschauen.

Ich liebe des Baches Murmeln im tiefen Grund,
Sein Tosen und Rauschen manche Stund.
Darüber schwankender Steg aus Brettern alt -
Mein Schritt darauf seit Jahren verhallt.

Ich liebe die Quelle im Garten entsprungen,
Die deutschen Weisen die wir gesungen.
die alten Eschen, die stattliche Weide -
Sie barg uns lieblich mit grünem Kleide.
Ich liebe die Bäume überreich an Früchten,
Sind hell leuchtend von Weiten zu sichten.
Der fruchtbaren Ackerfurche herber Duft,
Das stürmisches Keimen der neuen Frucht.

Ich liebe die Würze von Heu und Laub,
Die großen Strohpuppen im Herbste gebaut.
Auf Pflastersteinen holpernde Wagen
Reiche Ernte den Mieten zutragen.

Ich liebe des Nebels wabrige Pracht,
Die laue Luft in der Sommernacht,
Das blubbrige modern im Moor,
Das Quietschen vom ehernen Tor.

Ich liebe das Dröhnen der Glocke im Turm,
Das Jaulen und Orgeln in machem Sturm.
Wie im Gemäuer die Winde wispern,
Manche Dinge heimlich knistern.

Ich liebe die Weite, die Stille der Auen,
Von der Höhe übers Land zu schauen.
Ich sehs im Traume so deutlich und klar:
Es ist nicht mehr, es schmerzt, es war.

Wer hätte es vorher zu sagen vermocht
Wie in der Fremde das Herz sehnsüchtig pocht.
Die Vernunft so manchen in die Ferne zwingt
Die Heimat der Seele tiefen Frieden bringt.