Probiotische Drinks selber machen :-)


Der gekürzte und leicht veränderte Artikel erschien in dem Magazin „Kochen & Küche 6 · 2017“, Stockerverlag / Österreich.) 


In aller Munde sind endlich wieder die als gesund eingestuften Lebensmittel. Ihr Kommen und Gehen ist der Mode unterworfen. Mal ist es Mode alles selbst zu machen, dann wieder wird gegen den eben noch entfesselten und hochgelobten Eifer der Damen und Herren zu Felde gezogen, urplötzlich ist es nicht zeitgemäß diese Dinge selbst herzustellen. Es gibt ja alles zu kaufen. Ob nun die Qualität bei Ersparnis der Quantität gerecht wird bleibt bei allen Betrachtung und Versuchen der Lenkung der Konsumenten außen vor, mehr noch: die soeben angepriesenen Wohltaten auf Geist und Körper werden kleingeredet, man habe neue Erkenntnisse. Als Quintessenz bleibt aber bei aller regelmäßiger Narretei festzuhalten: Das ursprüngliche, natürliche Lebensmittel, das so wenig wie möglich bearbeitet wurde, trägt den Bedürfnissen des Menschen absolute Rechnung. Die Wenigsten jedoch wissen noch um die Geheimnisse aus Küche und Keller, umso erfreulicher das die Graswurzelbewegung der vergangenen Jahre wieder oben angekommen ist. Selber machen ist wieder in, Bücher zu dem Thema schießen wie Pilze aus dem Boden, vorzuziehen sind die, die mit erstaunlich wenigen Zutaten auskommen. Und genau die, die altbewährten Rezepturen in unsere modernen Küchen transportieren, bescheren ungeahnte Gaumenfreuden.
Einige dieser ganz Alten sind z. Jun, Kombucha, Kefir oder Rejluvac mit tausendfach erprobter, dokumentierter Wirksamkeit. Es handelt sich hierbei um Getränke, die mittels Vergärung (Fermentation) aufgewertet, veredelt, ja vollendet werden. Ihnen allen ist die Besiedelung mit lebenden Mikroorganismen, die Probiotika genannt werden, gemeinsam. Diese leben natürlicherweise in unserem Darm, der, wenn er gesund ist, die Grundfeste der Gesundheit des Menschen bildet. Man kennt um die 500 uns besiedelnde Bakterienstämme, sie bilden die Darmflora, die zusammen genommen ein stattliches Gewicht von fast 1,5 kg auf die Waage bringen würden. Gerät nun das Siedlungsgebiet Darm in Schieflage, vermehren sich die dort ebenfalls ansässigen schädlichen Mikroorganismen (im Idealfall max. 15 % v. H.) mehr als es dem so wichtigen Gleichklang zuträglich ist. Damit sinkt die Abwehrkraft, der Mensch erkrankt. Ein kranker Organismus ist weniger bis gar nicht leistungsfähig, matt und niedergeschlagen. Klinische Studien belegen, was unsere klugen Vorfahren schon lang erspürt haben: eine deutliche Verbesserung des Allgemeinbefindens und eine gesteigerte Widerstandskraft. Erkrankungen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Hauterkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom oder Asthma werden nachhaltig günstig beeinflusst. Ebenso fangen Probiotika die übermäßige Reproduktion pathogener Keime, befeuert durch Konsumierung minderwertiger industriell hergestellter, antibiotikabelasteter Nahrungsmittel, ab. Auch den gefürchteten Candida Albicans mit all seinen unangenehmen Begleiterscheinungen verweist eine starke Abwehr in seine natürlichen Schranken, hindert ihn daran, womöglich den gesamten Körper zu befallen.

Festzuhalten bleibt also: ist der Darm gesund geht es dem ganzen Individuum bedeutend besser, damit bliebe nun och die Frage nach dem Wie. 


Vergorene Lebensmittel enthalten, sofern sie nach der Fertigstellung nicht thermisch behandelt werden, eine riesige Menge Probiotika. Diese bilden sich im Laufe der Fermentation aus wilden oder zugesetzten Keimen, ohne sie kann keine Vergärung stattfinden. Nun müssen gehandelte Lebensmittel aber haltbar(er) gemacht werden. Das geschieht z. B. durch Erhitzen oder die Zugabe von Konservierungsmitteln. Damit werden die Mikroorganismen abgetötet, auch die in Deinem Darm. Ein Konservierungsmittel unterscheidet nicht zwischen Vorratsglas und Körperinnern. Was also liegt näher als in der eigenen Küche diese Dinge frisch selbst zuzubereiten? Es ist gar nicht schwer oder teuer. Es geradezu grotesk einfach: hast Du erst einmal ein paar Krüge und Töpfe sowie einige Starterkulturen von Kefir, Kombucha oder dem Newcomer Jun kannst Du starten. Rejuvelac benötigt nur Wasser und Getreide. Bei den drei Erstgenannten handelt es sich um eine Mischung verschiedener symbiotisch lebende Mikroorganismen. 

Kefir z. B. stammt aus dem Nordkaukasus. Vorzugswiese lebt er in Milch und vergärt diese, wobei eine geringe Menge Alkohol (bis 2 %) entsteht. Natürlich ist er aufgrund dieser Tatsache für Alkoholiker (auch für Trockene) leider ungeeignet. Schwangere und Diabetiker befragen bitte ihren Arzt dazu. Alle anderen dürfen beherzt genießen. Allen Enzymgetränken gemeinsam ist, dass sie bei regelmäßigem Genuss das Säure-Basen-Gewicht positiv beeinflussen können. Sie unterstützen den Körper durch Verstärkung der Abwehrkräfte, normalisieren den Blutdruck, lindern Kopf- und Gliederschmerzen, ja auch bei Hämorrhoiden können sie Besserung bewirken. Ebenso lindern sie Rheuma, Gicht, Diabetes, Osteoporose, Arteriosklerose oder Allergien. Kefir regt den Stoffwechsel und somit den Kreislauf, die Tätigkeit der Leber, Galle und Nieren an. Die im Kefir enthaltenen Milchsäurebakterien regen die Darmbewegung und verhindern damit Verstopfungen. Kefir gilt außerdem als probates Heilmittel bei Typhus und ähnlichen Erkrankungen, da er in der Lage ist bestimmte Erreger innerhalb von 48 Stunden abzutöten. Er enthält wie die meisten vergorenen, lebenden Getränke unter anderem Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Mangan, Kupfer, Eisen, Zink, Vitamin B1 und B2, Folsäure, Pantothensäure, Vitamine der B6-Gruppe und andere. 

Für die ersten Versuche empfehle ich unbedingt einige gesunde Knollen zu bekommen, meine ersten Gehversuche startete ich mit einem Ferment aus dem Reformhaus, dessen Geschmack trotz kurzer Gärdauer viel zu intensiv war. Gut das mir eine liebe Blogfreundin kurzerhand welche vermachte :-9).
 
  Verwenden kannst Du jede Art von Tiermilch; Kuh-, Ziege- Stuten- oder Schafsmilch. Er fühlt sich auch in fettarmer oder H-Milch daheim. Doch das beste Ergebnis erzielst Du durch die Verwendung von frischer Milch, also einer, die so wenig wie möglich bearbeitet wurde. Ein nicht unwesentlicher Faktor bei der Geschmacksentfaltung des Kefirs ist die Umgebungstemperatur. Unter 18 Grad arbeiten die Hefen stärker, das Ergebnis ist ein festeres Getränk mit süßlicherem Geschmack. Über 18 Grad ist es flüssiger und leicht säuerlich.
Kefir und auch alle anderen probiotischen Getränke sind Naturprodukte, somit überrascht das Ergebnis hin und wieder. Da die Geschmäcker verschieden sind, kann kein gültiges Dogma aufgesetzt werden. Ein Eßlöffel Kefirknollen vergären einen Liter Milch selbsttätig und unkompliziert in zwei bis drei Tagen. 

 Um dem Kefir geschmacklich eine neue Note zu geben, kannst Du ihn mit Kräutern oder Gewürzen etwas Pepp verleihen. Kefir schmeckt auch als Dressinggrundlage vorzüglich, er kann in Kuchen, Brot, Brötchen und Torten anstelle von Milch bzw. Wasser verwendet werden. Zu dicker oder zu herzhafter Kefir wird mit Kräutertee oder Wasser bzw. Mineralwasser verdünnt. So prickelt er noch ein bisschen mehr, ganz sahnig, ganz anders als Kombucha, welcher feinsüffig den Gaumen kitzelt. 

Kombucha wird in Asien schon lange genossen, irgendwann schwappte er im Zuge neuerwachten Gesundheitsbewußtseins nach Europa und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Kein Wunder, dass auch hier Fertigprodukte im Getränkemarkt stehen, die mit der Zeit den Geldbeutel ganz schön schmälern. Dabei entgeht dem Käufer nicht nur das Vergnügen der Gärung in der eigenen Küche, sondern vor allen die aus Experimentierfreude geborenen unzähligen Geschmacksnuancen, denn es beeinflussen wie beim Kefir viele Faktoren das Endergebnis. Rezepturänderungen (Ansatzteesorte, Zuckersorte- und Menge), Wasserqualität, Gärdauer usw. all das lässt den Kombucha stets etwas anders schmecken. Auch der Teepilz ist eine lebendige Gemeinschaft von Bakterien- und Hefestämmen. Diese verstoffwechseln den zugesetzten Zucker zu organischen Säuren und geringen Mengen Alkohol. Der basenbildende Kombucha schmeckt säuerlich mit dem Aroma des zum Ansatz verwendeten Tees, ihm werden die gesundheitsfördernden Eigenschaften aller Enzymgetränke zugeschrieben. Bei entsprechender Pflege lebt er viele Jahre und wächst in dieser Zeit in Schichten auf mehrere Zentimeter Dicke. Diese lösen sich voneinander ab und können mit etwas Ansatzflüssigkeit verschenkt werden. Kombucha kann geschmacklich mit Fruchtsäften, der Zugabe von Trockenobst bei der Nachreife, auch mit Kräutern und Gewürzen abgewandelt werden. 
Der Motor der Veredelung zu einer probiotischen Köstlichkeit ist Zucker in all seinen Erscheinungsformen wie Rohr- Frucht- oder Milchzucker. Doch es geht noch delikater, noch edler: Jun ist ein Getränk, welches sich anschickt die Gaumen der Genießer zu erobern. Es ist eine Art Teepilz, welcher nur in mit Honig gesüßtem grünem Tee angesetzt wird.

Sucht man nach belegbaren Quellen der Herkunft des Jun, wird es mysteriös. Der Papst der Fermentierkunst - Sandor Katz meint: „... dass es sich um einen neuen Sprössling der Kombucha Familie handeln muss. Einige Quellen besagen zwar, dass Jun aus Tibet kommt, aber selbst Bücher über tibetanisches Essen und speziell über Fermente aus dieser Region beinhalten keine Hinweise auf Jun. Wie alt er auch immer sein mag, er schmeckt köstlich.“ 

Lassen wir dem Jun sein Mysterium, er unterscheidet sich auch wenn er ein Nachkomme des Kombuchas sein könnte von diesem in signifikant: Während der Kombucha, in schwarzen Tee zuhause ist und bis max. 1,9% Alkohol enthalten kann, bitzelt der Jun mit bis zu 5% Alkohol auf der Grundlage grünen Tees milder auf der Zunge. Auch mag er es gern etwas kälter (Kombucha arbeitet bei 18 - 20 Grad) und arbeitet schneller, allerdings ist er nicht so teilungsfreudig. 
 
Noch einfacher als mit Kefir, Kombucha und Co. werden aus Getreidekörnern fast über Nacht probiotische Getränke, der Rejluvac. Für seine Herstellung benötigst Du nur gekeimten Weizen, Wasser und ein großes Gefäß, das wie immer mit einem Mulltuch verschlossen werden muss. Etwas kräftiger schmeckt Rejluvac aus Roggen. Auch Gerste, Hafer, Reis oder Buchweizen oder Amarant, Quinoa, Mais nach dem Keimen fermentiert, ergibt feinen Rejluvac. Wie alle probiotischen Getränke schmeckt auch er leicht säuerlich, aber nicht unangenehm, fast schon mild und passt daher auch in Müslis oder Smothies. Diese, auch die Grünen, gewinnen durch die Zugabe bereits veredelter Gemüsesäften. So stellen sich neben den genannten Geschmacksrichtungen salzige Nuancen in den Reigen der süßen, milden oder säuerlichen probiotischen Getränke, Frischkost erfährt durch Zugabe eine ungeheure Aufwertung.  Die Zubereitung probiotischer Getränke ist denkbar einfach, nun bist Du an der Reihe: Probiere es ruhig aus, genieße haus- und handgemachte, natürlich fermentierte Köstlichkeiten. 

(Der gekürzte und leicht veränderte Artikel erschien in dem Magazin „Kochen & Küche  6 · 2017“, Stockerverlag / Österreich.) 

Es ist mal wieder Muttertag

Zum Dank für alle Arten Plag'
ist einmal jährlich Muttertag.
Die Schule schickt Anfragen
ob wir nicht einen Kuchen haben.
Verkauft wird der im Kommerztempel
und noch irgendwelcher Krempel.
Zu Haus der Tisch damit bestellt,
geht super schnell, kost' nicht die Welt.
Ob Wein mit Herzchen, Schokolade,
Blumengrüße, Dekoteile, alles fade.
Man kann ja so viel Schwachsinn schenken,
braucht gar nicht drüber nachzudenken.
Alles ist adrett verpackt -
der Handel ist da echt auf Zack.


Wer seine Mutter wahrhaft liebt,
ihr nicht von all dem Müll da gibt.
Sondern schenkt ihr Zeit für sich,
deckt öfters mal den Frühstückstisch.
Räumt sein Zimmer gründlich auf,
das es nicht so riecht daraus.
Macht sich von allein an Aufwasch ran,
strengt sich in der Schule an,
schmiert selber sich das Pausenbrot.
Bringt ihr nicht Kummer, Sorge, Not,
Ist alle Tag´ ein gutes Kind,
weil das wahre Freuden sind.

Mir bescherte der Muttertag einen Wandertag im Weitnauer Tal, hinauf auf den Sonneck.


Blick auf den Hauchenberg und die Nagelfluhkette im Hintergrund weiß bestäubt. 



Double-use-Gärtnern: 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen

Das hübsch aufgebaute, reich bebilderte 224 Seiten starke,reich bebilderte Taschenbuch stellt ca. 100
einheimische Pflanzen in einem ausführlichen Porträt dar. Ein kurzer Steckbrief mit Hinweis auf mögliche giftige Doppelgänger rundet es ab. Dies geschieht unterteilt in Kapiteln nach einer mehrjährigen Pflanzen.

Wilde und kultivierte Pflanzen lassen sich weit breitgefächerter verwenden als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das verwundert nicht, sind doch immer die Wilden Ahnen unserer Kulturpflanzen. Vielfältig sind die Anwendungsmöglichkeiten für die sie nutzenden Lebewesen. Sie sind gleichzeitig Heil-, Gewürz-, Färbe- oder Speisepflanzen für Mensch und  auch für Tiere. Sie locken Insekten an und tragen damit zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei. Sie geben Stoffe in die Umwelt ab, die auch den Boden anreichern und die Symbiose der Arten bedingt den gegenseitigen Schutz vor allerhand Krankheiten, ausgelöst durch Pilze und Bakterien. So bildet ein Gemisch allem Pflanzen immer ein Biotop, das mit sich selbst im Gleichklang ist und für den Gärtner so manche freudige Überraschung bereit. Viele dieser Pflanzen sind Landkinder noch aus der Kindheit geläufig, manche überraschen. Man lernt eben nie aus im großen Garten der Natur. Eine mehrseitige Übersichtstabelle über die Pflanzennutzung, ein Kalender der Blühzeiten nach Alphabet mit Kennzeichnung der Blütenfarbe komplettiert das Buch. Schon allein der hübschen Aufmachung und der unzähligen, liebevoll arrangierten Informationen wegen  ist das Buch eine Augenweide.

Leseprobe

Double-use-Gärtnern: 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen
Autor Bärbel Oftring
Taschenbuch,224 Seiten
Haupt Verlag; Auflage: 1 (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3258079783


Aufstoßer, Abkettelgerät für Sockenstrickmaschine

Zu den Sockenstrickmaschinen, die sich wachsender Beliebtheit und damit stetig steigender Nachfrage erfreuen gab es seinerzeit ein Abkettelgerät. „EMBRA" war sein Name, es ist ein wahrer Glücksfall, wenn man dieses einmal zu sehen bekommt. Meine liebe Freundin Evelin ist so einer Rarität habhaft geworden und verwöhnt das Auge mit Bild und Anleitung als längst vergangenen Zeiten, in denen Heimarbeit noch allgegenwärtig war. Unten stehend die grobe Anleitung. 

Das Kettelgerät „EMBRA“ (geschützt durch D. R. G. M. und D. R.  zum Papatent angemeldet) wurde entwickelt,um das Schließen der Spitze  zu erleichtern. es sollte ursprünglich die teuren Kettelmaschinen ersetzen. Der hersteller schreibt: "In Wirklichkeit ist die ganze Sache auch gar nicht so schwer, wie es anfangs aussieht, wenn man nur einmal den richtigen Kniff beim Aufstoßen heraus hat. Also bitte ein klein wenig Geduld." (Zitatende) Nach dem Erlernen des händischen Verschließens kannst du schon beginnen:


  1. Stricke eine Tor mit loser Spannung (Fachausdruck „Langreihe“). 
  2. Nun die Spannung wieder herstellen und noch neun Touren stricken. 
  3. Brich den Faden lang ab. 
  4. Wende das Gestrick um und nimm es ab.
  5. Dann stoße die Maschen der Langreihe auf die Nadeln des Kettelgerätes, beginne bei der Masche, die am weitesten rechts liegt.
  6. Nimm die Durchziehnadel zur Hand, ziehe sie durch die beiden auf der ersten Kettelnadel liegenden Maschen.
  7. Lege den abgegetrennten Faden in die durchgeschobene, offene Nadel und ziehe sie zurück.
  8. Achte darauf, daß die Zunge der Nadel auch den Faden einschließt und führe die Durchziehnadel nun durch die beiden auf der zweiten Kettelnadel hängenden Maschen usw. 
  9. Achte darauf, daß die Durchziehnadel beim Einführen in die nächsten beiden Maschen stets genau über ihrer eigenen Schlinge liegt. Du führst also die Nadel erst durch die eigene Masche und anschließend durch die nächsten beiden auf der nächsten Kettelnadel liegenden Maschen.
Die Konstruktion der Spitze der Durchziehnadel war gerade so lang, dass eine einwandfreie Kettmasche erstellt werden konnte. Mit etwas Übung benötigt man die Langreihe später nicht mehr. 




PS: Wer eine so überaus seltene wertvolle Sockenstrickmaschine erwerben möchte oder Ersatzteile, Nadeln usw. benötigt, kann bitte die "Post-für-Mich" Funktion benutzen. Ich vermittle gerne weiter. Ihr bekommt dann ePost von Evelin, mit ihr könnt ihr alles weitere besprechen. 



Schick(lich)sal

Heja, liebe Leser,

das Frühjahr ist endlich auch im Allgäu auf dem Berg (860m) eingezogen. Die Singvögel im Garten haben es schon seit Wochen von den Bäumen geschmettert, so recht dran glauben konnte man ja nicht. Das Wetter war kalt, naß, verregnet. Die ein- oder andere persönliche Niederlage hatte ich zu verkraften, nun aber soll auch das Geschichte sein. Gelernt habe ich daraus, dass alte Sprichwörter sehr wohl tiefen Sinn haben und man ihnen besser Glauben schenkt.

1.) Einen alten Baum verpflanzt man nicht. 

Diesen muss man (und habe ich) wieder zurück verpflanzt, nun sind alle erleichtert und froh.

2.) Ein guter Freund ist mehr wert als 100 Verwandte. 

Wie wahr, wie wahr, da kann jeder ein eigenes Liedchen pfeifen, gesungen wird hier an dieser Stelle nicht. Dankeschön an Blutsverwandte und wahre Freunde: Tobias R., Jean-Erik R., Marcel B., Yvonne F., Evelin Z., Renan C., Steffanie K.

3.) Es kann nichts so schlecht sein, dass nicht etwas gutes dabei rauskommt. 

Was soll ich sagen, ich bin auf Jobsuche.

Ja, so schnell kann es gehen, nach 6 Jahren, aus, vorbei, der Chef  erkrankt. Das Gute ist, dass wir alle zusammengewachsen sind, Freunde sind. Ich bin sehr froh, dass ich die 6 Jahre dabei sein, MITarbeiten durfte. Ich habe viel gelernt, konnte Kinder und Beruf vereinen. Nun sind sie schon groß, manch eine(r) hat es da schwieriger als wir. Was bleibt, ist die Erkenntnis wahrer Freundschaft, tiefens Mitgefühls und die Bitte ans Universum: Lass ihn gesund(er) werden

Und: mit 41 kann man noch mal etwas völlig neues starten. Oder versuchen in dem Fahrwasser zu bleiben, in dem man sich am wohlsten fühlt, das einen selber am meisten anspricht, Kraft schöpfen lässt, wo man sich nicht verbiegen muss, man genau um seiner selbst willen geschätzt wird. 

4.) Wer davon redet der tut es nicht. 

Und der, der nicht von Suizid redet, der tut es? Ich habe beides erlebt, mehrfach. Es gibt kein Patentrezept als das Eine: Begegne deinen Mitmenschen mit Offenheit, Liebe und (Acht)Wachsamkeit.

Dies Euch auf den Weg.
Herzlichst
Landerun


Lob des Unkrauts: Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön

Quelle: Haupt Verlag
Auf 176 Seiten bricht die Autorin eine Lanze für all die kleinen und großen, dem Gärtner zum Verdruss gereichenden Pflanzen, die gemeinhin als Unkraut bezeichnet werden. Was aber für uns Menschen in unserer Unwissenheit Unkraut zu sein scheint, hat in der Natur seine Aufgabe, seinen festen Platz, seinen Nutzen. Verschwinden diese Pflanzen aus unserer näheren Umgebung, so verschwinden mit ihnen allerlei Insekten, die diese als Futterpflanzen nutzen. Letztlich berauben wir uns nicht nur der Vielfalt und Schönheit eines ausgewogenen Ökosystems, wir nehmen uns auch Sinnes- und Gaumenfreuden, ja auch die Möglichkeit uns Heilung im Krankheitsfall oder wenigstens Linderung zu verschaffen. Wer Disteln, Hellerkraut, Brennnesseln, Klatschmohn oder gar dem Storchschnabel zu Leibe rückt, weil er diese nicht in sein Bild passen, der begeht eine wirkliche Torheit. Sicherlich braucht man diese Pflanzen nicht in massenhaften Auftreten zwischen Kulturpflanzen, weil sie diese zurückdrängen oder gar ganz zu Ernteausfällen führen können, dennoch gebührt auch Ihnen ein Platz. So werden die Unkräuter einzeln vorgestellt, Bemerkenswertes und Wissenswertes wie zum Beispiel die Verbreitung ihrer Samen erklärt. Darüber hinaus werden giftige Doppelgänger genannt, ein kurzer Steckbrief ermöglicht einen kurzen Überblick, der mittelbare oder unmittelbare Nutzen wird dargestellt. 


Das Buch ist ein Plädoyer für wilde Ecken nicht nur im Garten, für eine Beendigung der Deklassierung und Herabsetzung einiger Pflanzengruppen. Denn Pflanzen können, wie alle Organismen sehr wohl wahrnehmen, wie wir ihnen gegenübertreten. Eine derartige Unversöhnlichkeit, die in der massenhaften aus Ausbringung von Herbiziden und Pestiziden gipfelte, kann doch nur alle Lebewesen vor uns erzittern lassen. Regulierung heißt das Gebot der Stunde, die die Mehrfachnutzung der Pflanzen möglich macht ohne zu benachteiligen. Das Pendel des Seins ist um Gleichklang bemüht, genau das vermittelt dieses Buch: Koexistenz der Arten durch liebevolles Eingreifen. 

Lob des Unkrauts: Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön
Autor Brunhilde Bross-Burkhardt
Gebunden, 176 Seiten
Haupt Verlag; Auflage: 1
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-325807907

Haushaltsreiniger, Pflegeprodukte & Co.: Natürlich, ökologisch, selbst gemacht


"Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann..." so heißt es in einem Schlager. Das tut es damals wie heute nicht, wenngleich sich eine Menge geändert hat. Es gibt es eine ganze Armada von Mitteln, nach Einsatzort und Material geordnet, selbsttätig, außerdem großes Gerät. Staubsauger und Waschmaschine sind eine riesen Erleichterung, das ist gar keine Frage. Doch brauchen wir wirklich all das was unser Putzschrank beherbergt? Haben wir nicht einfach nur Bedenken vor dem was unseren Vorfahren noch geläufig war, oder degradieren wir es einfach nur als überholt, nicht mehr zeitgemäß oder zu wenig nützlich? Woher kommt das Unbehagen? Der Sauberkeitswahn und die Angst vor Viren und Bakterien treibt gefährliche Auswüchse. Alles, bloß nicht dreckig. Das Ganze soll dann möglichst noch wenig arbeits- und zeitintensiv sich selbst reinigen. Alle Dinge haben zwei Seiten, auch unsere modernen, hochwirksamen Reiniger. Dass diese waren Chemiebomben sind, für Mensch und Tier schädlich, dass dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Nicht einmal bei empfohlener Dosierung ist eine Wechselwirkung ausgeschlossen. Wie man ganz einfach Allzweckreiniger für Oberflächen und Böden, Desinfektionsmittel, Fensterreiniger, Bohnerwachs und Lufterfrischer, Spülmittel und Seifen, Shampoo und Zahnpasta, Deos und Kosmetika, selbst Waschmittel, Fleckentferner und Weichspüler u.v.m. selbst herstellen kann, all das ist in diesem Buch versammelt. Es ist so einfach, preisgünstig und umweltfreundlich.

Haushaltsreiniger, Pflegeprodukte & Co.: Natürlich, ökologisch, selbst gemacht
Laetitia Royant
Aus dem Französischen übersetzt von Christian Schweiger
Taschenbuch: 96 Seiten
Stocker Verlag, Auflage: 2, deutsch
ISBN-13: 978-3702015077

Lenzembergrüße #01 / 2017

Ich grüße Euch alle, seid willkommen. Nun ist es soweit: 

die allerersten Ausgabe der Lenzembergrüße“, dem Magazin zu meinem seit September 2011 bestehenden Blog "Landeruns Hütte" erscheint. Es ist mir ein sehr wichtiges Anliegen, altes Wissen zu bewahren und weiterzugeben, damit es nicht verloren geht. Die Arbeit am Blog wird immer umfangreicher und nimmt einen großen Teil meiner freien Zeit in Anspruch. Das ist gut und richtig so, doch gibt es immer wieder Anfragen, ob es nicht auch in gedruckter bzw. e-Book-Form die Bloginhalte ausführlicher zu lesen geben könnte. Vom Blog zu Lenzembergrüße war es nur noch ein kleiner Schritt, der letzte Schubs kam von meinem Mann, alles braucht Reifezeit. Doch nun ist es vollbracht und der erste Brief aus der Taufe gehoben. 

Der Name des Magazins ist eine Wortschöpfung von mir. Er setzt sich aus dem Worten „Lenz“ und „Dezember“ zusammen und transportiert das Motto des Magazins: Vom Frühling bis zum Winter überlieferte, erprobte und für gut befundene Fundstücke um Küche und Keller aufzuzeigen. 

Das Ziel ist im Wechsel der Jahreszeiten jeweils einen Brief herauszugeben, sich an den Abläufen der Zeiten haltend, mit alten Rezepten, Überlieferungen, Mythen und Brauchtum unserer schönen Heimat Deutschland und Mitteleuropa. Wir werden über den Tellerrand schauen zu unseren Nachbarn. Geschichten erzählen, Vergessenes ausgraben und auf eine Reise zu unseren Wurzeln gehen. Jedes Mal neu und immer mit dem gleichem Ziel.Gesucht wird das Bewährte, keine Nostalgie, das Gesunde, das Ursprüngliche. Das findest Du in diesen und in den folgenden Briefen, sowie auf weiterhin hier auf dem Blog. Ausführlich, großformatig, natürlich farbig, detailliert. Ziel ist in - hoffentlich bald - regelmäßigen Abständen ein Blogmagazin herauszugeben. 

Wer etwas zu Lenzembergrüße" beisteuern möchte, darf mich bitte per Mail kontaktieren. 

Bleibt mir gewogen.
Landerun

Erste Ausgabe: 70 Seiten. Bezug per Download über Amazon

Inhalt der Ausgabe 01/2017


  • Grete Flach
  • Beifuss
  • Narrenmond & Gerstenwasser
  • Knoblauchtinktur für alle Fälle
  • Gerstenwasser
  • Milchsaure Getränke aus Getreide
  • Bulgarisches Boza
  • Ich hätt  so gerne Frühling
  • Jeder mag Klöße
  • Sojamilch selbst gemacht
  • Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche , Ostara 21. März
  • Mönchspfeffer bei Unfruchtbarkeit
  • Kopfweh - und was du dagegen tun kannst.
  • Kräuterkissen
  • Kräutergarten anlegen
  • Tag wie dieser – Zitronen
  • Duftlampe
  • Haarspülung
  • Massageöl
  • Teufelskralle  Harpagophytum procumbens
  • Pestwurz
  • Eisenhut - Aconitum napellus
  • Wermut- wermuota (althochdeutsch)
  • Schädlingsbekämpfung im Garten
  • Mythologie
  • Bellis perennis - Gänseblümchen zum Essen
  • Salat
  • Gemüse
  • Suppe
  • Brotaufstrich
  • Deutsche Kapern
  • Gartenflieder
  • Rund um den Nadelbaum
  • Baumharzöl / Baumharzsalbe
  • Die Zähne und das Drumherum
  • Natron, Natriumbicarbonat - Tausendsassa :-) 46
  • Heut soll das große Flachsernten sein
  • Der Mai ist gekommen
  • Freitag-der-13-Torte
  • Osterkuchen
  • Rhabarber-Quark-Kuchen / Rhabarber-Saft-Kuchen
  • Landeruns Orangenkuchen - Frühlingskuchen, saftig und locker
  • Mandelmus selbst gemacht
  • Brotgewürzmischungen für Hausgebackene
  • Wenn ein Schwan fliegt
  • Impressum



Schwarzbuch Superfood: Heiße Luft und wahre Helden

Immer wieder tauchen Exoten auf, denen wahre Wunderkräfte angedichtet werden.  Manchen bleiben, einige zu Recht, wie das Kokosöl z. B., auch nachdem der Hype um sie abzuebben scheint. Andere verschwinden schnell aus den Regalen. Bei genaueren Hinsehen entpuppen sie sich mitunter als ganz normale Nahrungsmittel, die schon lange auf dem Speisezettel der Menschen im Anbaugebiet stehen, bis sie für uns entdeckt und mittels geschickten Marketings zum Superfood aufgeblasen werden. 

Dann wird unter fragwürdigen Bedingungen produziert (Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Kinderarbeit, lange Transportwege) um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Dabei stehen Exoten die Einheimischen gegenüber, manche wachsen vor der Haustüre. Man muss sie nur pflücken. Selbst wenn der Nährstoffgehalt nicht so hoch sein würde, wie in den zum Vergleich Herangezogenen: Sie sind allemal günstiger zu haben. Wer möglichst selber sammelt kann den gesundheitlichen Effekt durch Bewegung an der frischen Luft und die zusätzlichen Reize durch Sonne und Wind verstärken.

Die Autorinnen verfassten mit dem Schwarzbuch einen recht kurzen Ratgeber, der unbedingt ausbaufähig ist, insbesondere im Kapitel "Heimische Superfoods" Es fehlen z. b. Hagebutten (über 1200mg Vit. C in 100g), Äpfel, Johannisbeeren usw. Dosierungen fehlen leider in diesem Kapitel gänzlich.

Dennoch: das Büchlein regt zum Nachdenken an, wenn man sich von der Einstellung verabschiedet, dass das Exotische, schwer zu beschaffende besser ist, als das, was regional und saisonal erzeugt werden kann. Einen Couchpotatoe wird auch das noch so hoch gepriesene Superfood nicht retten, nur eine gesunde Einstellung zu Mutter Erde und ihren Gaben.

von Daniela Grach (Autor), Caroline Schlinter (Autor), Marlies Wallner (Autor), Nicole Zöhrer (Autor)
87 Seiten
Verlag: Stocker, L; Auflage: 1 (30. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3702015817

Lehrbuch der biologischen Heilmittel: 3 Bände.

Endlich ist es wieder da! Ich hatte seinerzeit berufsbedingt den Nachdruck aus den 1970er Jahren in den Händen, leider nur bis zum neunten Band.
Gerhard Madaus war ein herausragender Vordenker in Sachen Bewahrung der Volksmedizin. Er maß dem Wissen um die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, das auf den Erfahrungen vieler Generationen fußt, die Bedeutung bei, die es verdient. Er sammelte alles, was je zu einem Heilmittel geschrieben wurde, prüfte es und gab es dem Volk zurück, aus dem dieses Wissen einst entsprang.
Woher rührte die Begeisterung des am 25. Februar 1890 in Nestau geborenen G. Madaus? Wahrscheinlich hat sein christliches Elternhaus dem Buben die entscheidende Prägung mitgegeben: Sein Vater war Pfarrer, die Mutter, Hüterin der Familie und Pflegerin der Kranken, war mit umfangreichen Wissen ausgestattet, das es ihr möglich machte, eigene Mittel zu mischen. 

So studierte Madaus zu Bonn Medizin und promovierte am 30. Mai 1919. Als Dr. med. gründete er mit seinen Brüdern nur zwei Tage später die Firma Dr. Madaus & Co, die wenig später im sächsischen Radeberg unter Selbstanbau der Heilpflanzen hochwertige pflanzliche Heilmittel herstellte. Seinen Überlegungen folgend verwendete er die Hand in Hand mit der Ganzheitlichkeit des Menschen. Die Phytotherapie war seine Passion, mit größter Hingabe versuchte er sämtlichen Quellen alles Wissen seiner Zeit abzuringen und sowohl Fach- als auch Laienkreisen zugänglich zu machen. Dazu gründet er im Jahr 1920 die Zeitschrift Biologische Heilkunst – Monatszeitschrift für Phytotherapie, Medizin und Naturheilkraft, später folgten die Jahrbücher, die seinerzeit in Wartezimmern ausgelegt wurden und die Patienten anregen sollten, sich das Wissen leicht fasslich zunutze zu machen. Er erkundete und erforschte wie kein Zweiter, stets unter den Gesichtspunkten Stärkung des Körpers und Anregung der Abwehrkräfte im Sinne einer gezielten Reiztherapie.
Echinacea purpurea, eine wichtige Heilpflanze der Indigen Bevölkerung Amerikas, ist eine der Pflanzen die der Visionär in Europa zum Erblühen brachte. Die Meisten von uns kennen sie als den Roten Sonnenhut, der das Immunsystem stärkt.

G. Madaus verstarb mit nur 52 Jahren am 26. Februar 1942, er litt in den letzten Lebensjahren an einer schweren Asthmaerkrankung. Geblieben ist sein immenser Wissensfundus um die Heilmittel der Natur, vorliegend als Nachdruck in drei dicken Bänden, vor deren Tiefe ich ehrfürchtig den Hut ziehe. Der Arzt und Wissenschaftler hat seine Forschungen, ja sein Lebenswerk in diesen Büchern zu Papier gebracht, auf das es erhalten bleibe und weiterhin heilbringend sei.

Nachdem die Synergie von Körper, Seele und Geist, Lebensweise, Umwelt, Werten und Idealen, Religion und Spiritualität in der Medizin lange Zeit unbeachtet blieb, betrachtet man nun den Menschen heute zunehmend in seiner Ganzheit. Damit trägt man auch seinem natürlichen Bedürfnis nach biologischen Heilmitteln Rechnung, denn die Abwesenheit von Gesundheit ist mehr als nur die Summe der Symptome, die es zu behandeln gilt. Das Lehrbuch der biologischen Heilmittel möge einen großen Beitrag dazu leisten, dem Fußabdruck des visionären Dr. Madaus in Geist und Tat zu folgen. Wir haben es so nötig, es ist höchste Zeit.


Taschenbuch: 3036 Seiten
Verlag: Olms, Georg; Auflage: 1., Reprint: Hildesheim 2016. Mit einem Vorwort von Susanne Kallerhoff und Doris G. Zimmermann (1. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3487154688
Preis: 258,00 Euro

lass die Gedanken spazieren...

Meine Freundin sagt immer: "Unter jedem Dach ein Ach." Das ist wohl wirklich so. Wenn man dann sieht was noch von außen in die Familien und Freundschaften getragen wird, es ist wirklich unglaublich, welche Umwälzungen vor unseren Augen stattfinden. Alles dürfen wir ertragen, egal wie laut die Rufe nach einem Stop schallen. Es ist grauenvoll, egal wo man hinschaut: Die Großen der Welt beten Mammon an, mit aller Konsequenz für die Völkerschaften der Erde. Das Schlachten hört einfach nicht auf. Grund genug sich mehr mit den schönen Dingen zu beschäftigen. Das ist kein Wegsehen, sondern Schutz des Selbst vor dem sich langsam anschleichenden Stumpfsinn, Entmenschung, Verzweiflung. Wie ein Kraken steckt es seine Tentakel in unser Leben, in alle Bereiche. Nichts ist heilig, nichts heil. Ganz. Rund.  
Am Ende war wieder alle Panikmache nur dafür da das Säckel der Gold- und Machtberauschten noch mehr zu füllen, uns zu knechten mit Propaganda, Manipulation und Lügen, demütig gebückt zu halten. Aber sind wir doch ehrlich: War es nicht schon immer so? Sind wir heute nicht nur einfach überinformiert mit all dem Schmutz mit dem die da oben sich gegenseitig bewerfen? Wer kann Lug und Trug unterscheiden? Wie viele Wahrheiten gibt es? Wie viele Pläne wurden ausgeheckt, wie viele Gründe für Hass und Zwietracht gefunden. Wie oft riefen die Kleinen Hurra wieder ihre Brüder und Schwestern, wenn nur eine-r mit Charisma die richtigen Worte oder die richtige Knute fand? Das soll nun die Krone der Schöpfung sein, der Mensch, dieses egozentrische, zufällig sprechende Biotop. Gewiss, einige Exemplare sind herausragend, doch tragen sie nur allzu oft faule Früchte und jene, die vielversprechende Anlagen zeigen, werden kurzerhand willfährig gemacht. Wo das nicht gelingt findet man Mittel und Wege sie zur Strecke zu bringen. Der Tot schließlich beendet alles Trachten und Streben. Wie oft sahen wir den Selben Zeitgenossen zur Unzeit ereilen, fragten uns nach Rat- bzw. Beschluß. Wir, die wir die Verwicklungen und Verquickungen mit bassem Erstaunen sehen, wenn denn doch etwas ans Licht gezerrt, uns als der nächste Skandal präsentiert wird. Unfassbar was man da von Mitmenschen hört und ließt. Selbstredend nur einseitig, abgesprochen, aus dem Kontext gerissen.... Wer steigt, wer fällt, SIE wußten es schon lange, haben nur zur passenden Zeit wieder etwas in unserem Dunstkreis platziert, da ist er wieder der Kraken. Unbegreiflich diese Niedertracht, es schmerzt dies alles mitzuerleben. 


Was aber können wir tun? Ausschalten. 
Selber denken. Stehen lassen. Selber machen. Wir-Sein.

Kommt, wir wollen uns da nicht (mehr) mit hineinziehen lassen, es lebt sich so herrlich unbeschwert ist man nicht medienkonform informiert. Man hat den Blick so weit offen, für all das Schöne das uns umgibt, immer noch da ist, sehen wir hin. Lernen wir es zu fühlen, zu begreifen. Schütteln wir die Beklemmung ab, die uns selbst nachts in den Träumen heimsucht. Selbstredend wollen wir nicht blauäugig durch die Gegend torkeln, uns in Gefahr begeben, nein, nein. Ein bisschen Vorsicht schadet nicht, Angst aber lähmt. Zuallererst den Geist. Diesen aber geben viele Flügel in Wort, Werk und Schrift. Manchmal, ja manchmal  schwappt etwas richtig Schönes über den großen Teich, von Seelenverwandten, die die Erde, das Leben als Geschenk erleben und achten. Wie wir. Das neulich besprochenen Met-Buch ist so eine Flaschenpost.

Ich grüße Euch, passt gut auf Euch  und die Euren auf.
Herzlichst
Landerun

Das grosse Buch vom Heu: Richtiges Mähen, Trocknen & Verwenden

Heu ist der Futtergarant für den Winter, sichert damit das Überleben des Viehs und der Menschen.
Kein Wunder, dass sich um die Herstellung und Verwendung neben der als Futtermittel viel Wissen und Brauchtum erhalten hat. Dieses Wissen ist nun in einem umfassenden Ratgeber zusammengefasst. Zu Beginn des Buches geben sich die grünen Bewohner der heimatlichen Wiesen ein bebildertes Stelldichein, damit man sicher Futtergräser und die häufigsten krautigen Vertreter bestimmen kann. Auch giftige Pflanzen sind aufgezeigt - im vollem Saft, als auch im getrocknetem Zustand mitten im Heu.

Wie und mit welchen Werkzeugen die Mad von statten geht verraten die folgenden Seiten, die wiederum reich - teils stimmungsvoll - bebildert sind. Ob nun mit der Sense per Hand, Fuhrwerk oder gar Traktor mit Mähbalken, es wird von der Pike auf erklärt: Mad und Schnittzeiten, Aufwerfen, Trocknen (auf Heinzen, Harfen, Heureitern u. v. m.), Wenden, Einfuhr und Lagerung (Brandschutz, Gärung, Brandentstehung Qualitätsverlust). Hier werden die unterschiedlichen Methoden mit Schritt-für-Schritt Anleitungen einander gegenübergestellt.

Nach der Herstellung des Heus erfährt der Leser wie man es als Futtermittel anwendet, wie viel Heu man einplanen muss für Kuh, Pferd, Rotwild, Schaf, Alpaka. Lama und kleine Nager, wie es gefüttert werden kann (Heuraufe, Fressgitter), traditionelles Heu oder Silage, Vor- und Nachteilen, wie man es besser auf die Bedürfnisse des Tieres abstimmt.

Natürlich kann man auch basteln mit Heu, oder Kochen und darin schlafen - nicht nur therapeutisch. Welch Duft, welche Weichheit, wie kuschelig und warm. Da werden Kindheitserinnerungen wach. Dieses Buch ist ein bildgewaltiger Ratgeber rund ums Heu. Es bleiben keine Fragen offen.


ISBN 978-3-7020-1397-4
Veronika Dielacher
DAS GROSSE BUCH VOM HEU
Richtiges Mähen, Trocknen & Verwenden
Kochen - Wellness - Basteln
156 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen und Grafiken, Hardcover
€ 24,90

Met brauen wie ein Wikinger: Traditionelle Techniken für das Brauen natürlicher, wild-fermentierter, Honig-basierter Weine und Biere

Quelle: www.mobiwell.com


Taschenbuch: 300 Seiten
Verlagstext: 

Zufälle soll es ja bekanntlich geben oder nicht: Im Urlaub 2016 in der Sächsischen Schweiz teilten wir Brot und Wort mit einen polnischem Tourist, der uns zu Bekräftigung der beiderseitigen Sympathie ein 1kg Glas Bio-Honig vom Bienenvolk seiner Tante schenkte. Nun was tut man mit diesem unverhofften golden Segen: Richtig, man experimentiert. Das wollte ich schon lange mal wieder tun, auf alte Art. Informationen gibt es reichlich, die Brauer-Gemeinde wächst und wächst, man kann sich behelfen, belesen, Tipps holen.

Wer gerne was in der Hand hat, geschrieben von einem der es wirklich drauf hat, der ist mit "Met brauen wie ein Wikinger" bestens ausgerüstet. Das Lesen alleine ist ein Gaudi, immer wieder entlocken Wortwahl und Satzbau ein vergnügtes Grinsen. Es ist geschrieben um zu sagen: Ziere dich nicht, es gibt keinen Grund dafür. Tu´ es einfach, belohne dich, du hast es verdient den besten Met zu trinken, den es gibt - Deinen. Es regt dermaßen die Fantasie an, das man sofort losspringen und alles testen möchte. Und was da alles vergoren wird, unglaublich. Honig pur oder im Duett mit Kraut, Blume, Baum und sogar Pilz. Beeren, Äpfel und Gewürze, alle wonnigen Freuden Mutter Erdes wandern in Faß / Gärballon. Möglichkeiten ohne Ende.

Nach einigen Monaten warten ist nun mein Met nach einem Rezept aus dem Buch fertig, ich bin stolz, es schmeckt und ich möchte mehr. Mehr probieren. All die anderen Rezepte mit so hübschen Namen wie "Der wahnsinnige Mönch", der u. a. mit Rosmarin und Salbei, Nessel und Eichenblättern angesetzt wird. Oder "Odins goldene Tränen der Honigfreude" mit Vanille und Zimt. Ein Hoch auf die Bienen, die der Kirchenvater Augustinus ein Sinnbild der Liebe Gottes nennt und denen Jereme Zimmermann mit Recht ein ganzes Kapitel widmet.

Oh, ich liebe dieses Buch, es ist so voller Legenden, Überlieferungen und Magie, voller Ideen, fühlbarer Begeisterung die mitreist. Es teilt das Wissen um Selbstfabrikation (Gerätschaften, Zutaten, Zeitplan, Fehlervermeidung, Glossar, Bezugsquellen) und Ursprung nicht nur in Europa. Auch in China und anderen großen Kulturen weiß man um die Möglichkeiten aus Honig trinkbare Geselligkeit zu machen. Es ist uns etwas verloren gegangen in all der Hektik und Terminierungswut unserer Zeit. Der Met aber liebt Geduld und Ruhe beim Werden wie beim Genießen, am besten mit Freunden. Ob nach Wikingerart, auch dazu gibt es Vorschläge, die auf unzähligen Treffen Gleichgesinnter beruhen, oder auf der Couch bei guter Lektüre bleibt dem Leser überlassen.

Verlag: MobiWell; Auflage: 1 (1. Oktober 2016)
ISBN: 978-3944887333
Originaltitel: Make Mead like a Viking
Preis: 19,80

Leseprobe vom Verlag


Entdecken Sie zusammen mit Jereme Zimmerman, Siedler und Farmer, Brau-Enthusiast und selbsternannter „Yeti Wikinger aus den Appalachen“, die Geheimnisse des Met-Brauens der alten Nordmänner. In seinem Buch „Met brauen wie ein Wikinger“ zeigt uns der Autor, wie wir die traditionelle Nordische Kultur und ihre Met-Rituale durch eigenes Ausprobieren beim Brauen und bei der Auswahl der Aromen wieder aufleben lassen können. Ob Sie gerade mal mit dem Hobbybrauen angefangen haben oder sich auf der Suche nach neuen Anregungen für Ihre eigenen Brau- und Gärtechniken befinden: Dieses Buch wird Ihnen dabei helfen, Ihren Met mit einer Note wilder Echtheit und Individualität zu brauen – von süßen, halbsüßen, trockenen Meten, Fruchtmeten und Gewürzmeten, bis hin zu Honigbieren, Grog und vielem mehr. Das Buch gibt Ihnen darüber hinaus auch weiter reichende Informationen an die Hand:


◊ Welche Bedeutung regionale und unpasteurisierte Honigsorten für Geschmack und Gesundheit haben;
◊ warum das Brauen mit modernen Methoden, Materialien und Chemikalien zwar funktioniert, aber nicht notwendig ist;
◊ wie man Kräuter und Wildpflanzen für die Zubereitung heilsamer, nährstoffreicher Gebräue einsetzt;
◊ und vieles mehr.
„Met brauen wie ein Wikinger“ ist ein praktisches und unterhaltendes Buch für jedermann – auf Geschichte und Mythologie gegründet, doch auf eine natürliche und genügsame Herangehensweise fokussiert. Skål!


Des Mäusleins Wanderschaft

Es wollt ein Mäuslein wandern gehn´
nach einem Schicksalsschlag.
Es erhob mit Weh und Ach
von Einsamkeit die Klag´.

Zu seines Herzens stiller Freude
da wollt es sich begeben.
Doch wie so oft kommt´s anders
als gedacht in einem langen Leben.

Es sah mit Graus und Schaudern
Das Land und Leute nicht sein Ding,
Die Sehnsucht nach Verlorenem
und der Kummer zu feste an ihm hing.

Was nützte es zu tun, was stand
in des Freundes Macht,
Wenn keiner stets da zum Troste
Bei Tag nicht und bei Nacht.

Bös´Heimweh mit Eisenfäusten
Fest das Mäuslein hielt umfangen,
Es wehrte sich, es kämpfte kurz
Und ist zurück gegangen.


In Topform durch die Wechseljahre - Buchvorstellung

Annette Nellessen
In Topform durch die Wechseljahre
Hardcover, 19 x 24 cm, 174 Fotos, 376 Seiten 

Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-946245-02-5
Immer weniger Menschen bejahen und begrüßen die Wandelzeiten in ihren Leben. Vor allem vor körperlichen Veränderungen werden Ängste geschürt, trotz aller Aufgeklärtheit lassen wir uns viel zu oft davon anstecken, statt auf das zu vertrauen, was seit Anbeginn der Zeiten zum Werden, Leben und Vergehen gehört. Dazu gehört sogar eine gewisse Abwertung des Selbst, wenn man sich nicht mehr im fruchtbarem Alter befindet und sich die ersten Fältchen sich zeigen. Man möchte es so lange wie möglich hinausschieben, es geistern Wörter wie Osteoporose oder gar Krebs durchs Hirn, für alles und jedes gibt es eine Vorsorgeuntersuchung, deren Ergebnisse auch mal (vielleicht zu oft) danebenliegen. Es wird dann verordnet, was die Pharmazie auf Lager hat und wieder wird das Wichtigste vergessen: Es geht auch ohne. Es ging immer ohne. Sicher nicht in jedem Fall, nicht für ewig – unsere Art zu leben fordert genauso ihren Tribut wie die oft belächelte vermeintliche Unwissenheit vergangener Generationen.
Wenn wir das Wort Wechseljahre hören, wird es uns Frauen doch schon anders. Wir erinnern uns an die Schilderungen der körperlichen und seelischen Erscheinungen, denken mit Grausen daran, dass wir nun selber an der Reihe sind. Wie viele Frauen freuen sich darauf heute noch – wenn überhaupt eine? Auf einen neuen Abschnitt im Leben, darauf freier zu sein, loslassen? Ich kenne kaum eine Frau, die das tut. Vielmehr sehe ich die meisten ängstlich warten, ob das Schreckgespenst sich zeigt und wenn ja, wie heftig es wird.

Damit ist jetzt Schluss, meint Annette Nellessen. Sie hat mit „In Topform durch die Wechseljahre“ einen fundierten, reich bebilderten Leitfaden verfasst, den der HerbaPress-Verlag in ein hochwertiges Buch mit zwei Lesebändchen verpackt hat. Vornehmlich möchte das Buch helfen, möglichen Problemen mit veganer Ernährung zu begegnen.
Die Autorin steigt zunächst mit ihrer eigenen Erfahrung ein, berichtet also als Betroffene. Das tut sie in einer sehr sympathischen, direkten Art. Sie erklärt das Wesen der Wechselzeit, begrüßt sie als willkommenen Übergang in eine neue Zeit im Leben der Frau. Sie vergleicht die allgemeingültigen Therapievorschläge mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, die reich ist an hochwertigen Lebensmitteln und eingebettet in eine ganzheitliche Lebensweise. Die ganz großen Probleme unserer Zeit wie Allergien, Unverträglichkeiten, Darmprobleme, Diabetes etc. werden beleuchtet. Eingestreut im Text finden sich Vorschläge für weiterführende Literatur, Bezugsquellen am Ende. Aus dem Buch quillt ein nicht enden wollender Informationsfluss, der sich angenehm liest. Es finden sich wichtige Informationen zum Thema Gewürze, Öle, Obst und Gemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte und Co, damit man ja richtig informiert ist, die letzten Fragen geklärt sind. Nach dem Einkauf erfolgt die Lagerung, was dabei zu beachten ist und wie die Vorräte aussehen können, auch davon kann man lesen.
Pflege von innen ist hochwertige Nahrung, doch auch die äußere Hülle kann bei ganzheitlichen Betrachtungen natürlich nicht vernachlässigt werden. So finden sich im Buch allerhand Tipps: Kneip, Ayurveda, Ölziehen, Meditation, Bürstenmassage, Sauna, ja sogar transdermale Magnesiumtherapie als Mittel bei Verspannungen (das funktioniert sehr gut), Basenbäder und viele weitere Anwendungen und Themen werden detailliert beschrieben, etwa das Räuchern, selbstgemachte Kosmetika, die Natur als Heilerin, alternative Heilmethoden (das kann auch mal ein Haustier sein), Langsamzeit für Frau in Haus und Alltag, weniger Chemie, mehr Natur, die Seele öfter baumeln lassen. Wie man Stress vermeidet und sich selbst wichtig nimmt – davon erzählt das Buch. Von all den schönen und wichtigen Kleinigkeiten, die Frauen helfen gesund und quicklebendig zu bleiben. Ganz klar, wer da der Sieger ist: Das wilde Weib, das sich traut FRAU zu sein.

Ob Sie sich nun mit der veganen Ernährung anfreunden können oder nicht, ob sie Ihr Schlüssel ist um vital und fit in der Wechselzeit zu sein, das müssen Sie selbst herausfinden. Kosten ist ausdrücklich erwünscht: Die Seiten 181–300 beinhalten genügend Rezepte um einen Exkurs zu wagen. Eigentlich, finde ich, könnte man das Buch jeder Frau schenken, die sich gerade aufmacht in eine neue aufregende Zeit.

Meine Heimat


Heidi Thaler

 Ich liebe das sanfte hüglige Land,
Mit Feldern bis zu Dorfes Rand.
Die dichten Wälder nach Pilzen duften,
Wo der Mensch muss emsig schuften.

Ich liebe die Tümpel der Niederungen
Wo Froschgequak ans Ohr gedrungen.
Den schaurig Ruf der Kauze bei Nacht,
Amselgesang, wie die Wildente lacht.

Ich liebe die stillen Gassen und schiefen Zäune,
Hör Hähne schrein wenn ich träume.
Die Rosenhecken beim morschen Zaun,
Wildes Gestrüpp, schön anzuschauen.

Ich liebe des Baches Murmeln im tiefen Grund,
Sein Tosen und Rauschen manche Stund.
Darüber schwankender Steg aus Brettern alt -
Mein Schritt darauf seit Jahren verhallt.

Ich liebe die Quelle im Garten entsprungen,
Die deutschen Weisen die wir gesungen.
die alten Eschen, die stattliche Weide -
Sie barg uns lieblich mit grünem Kleide.
Ich liebe die Bäume überreich an Früchten,
Sind hell leuchtend von Weiten zu sichten.
Der fruchtbaren Ackerfurche herber Duft,
Das stürmisches Keimen der neuen Frucht.

Ich liebe die Würze von Heu und Laub,
Die großen Strohpuppen im Herbste gebaut.
Auf Pflastersteinen holpernde Wagen
Reiche Ernte den Mieten zutragen.

Ich liebe des Nebels wabrige Pracht,
Die laue Luft in der Sommernacht,
Das blubbrige modern im Moor,
Das Quietschen vom ehernen Tor.

Ich liebe das Dröhnen der Glocke im Turm,
Das Jaulen und Orgeln in machem Sturm.
Wie im Gemäuer die Winde wispern,
Manche Dinge heimlich knistern.

Ich liebe die Weite, die Stille der Auen,
Von der Höhe übers Land zu schauen.
Ich sehs im Traume so deutlich und klar:
Es ist nicht mehr, es schmerzt, es war.

Wer hätte es vorher zu sagen vermocht
Wie in der Fremde das Herz sehnsüchtig pocht.
Die Vernunft so manchen in die Ferne zwingt
Die Heimat der Seele tiefen Frieden bringt.