Donnerstag, Januar 21, 2016

Lügenpresse - Peter Denk - Buchbesprechung

Wenn man wachen Auges durch die digitalen und papiernen Pressewelten streift, stößt man früher oder später auf Ungereimtheiten, die umso auffälliger werden, je mehr man liest und aufpasst. Beginnt man dann zu hinterfragen, warum das so ist, biete das Buch eine fundierte, gut recherchierte Hilfestellung. Der vorliegende Titel „Lügenpresse“, der auch gleich mal erklärt woher dieses Wort wirklich kommt und in welchen Zusammenhängen es das erste Mal auftauchte, vermittelt gerade Neueinsteigern sachlich und fundiert, wie der Informationsfluss im 21. Jahrhundert funktioniert. Welche Verstrickungen und Verwicklungen die Welt so formen wie sie ist, wie im Hintergrund Fäden gezogen, Geschichte neu gewoben, (Grund)Bedürfnisse ganzer Völker den Interessen anderer Nationen – genauer gesagt deren „Eliten“ geopfert werden. 

Nach der Lektüre ist man definitiv um einen Sack Erkenntnisse reicher. Dieser ist nicht schwer erkämpft, denn das Buch ist trotz des trockenen Themas gut zu lesen, strotzt vor Beispielen, anhand derer erklärt wird, wie das System funktioniert. Dennoch war ich überrascht von den Ausmaßen der Manipulationen und Agitation. Entsetzt bin ich darüber, mit welcher Geringschätzung dem eigenen Volke entgegengetreten wird, das ist durchaus kein ausschließlich deutsches Phänomen. Schon immer haben die Herrschenden Mittel und Wege gefunden, die Massen zu lenken und zu leiten. Die Methode passt sich den Möglichkeiten der Technik an. 
Die Frage nach dem Warum stellt sich gar nicht mehr, die nach dem Charakter der Entscheidungsträger ebenso wenig, das was getan wird ist so galleböse, so widerlich und gemein, es offenbart sie vollständig. Doch zu allen Zeiten gab es mutige Menschen die vorangingen und unerschrocken die Wahrheit sprachen, von jenen die dies zur Zeit tun und wie sie verunglimpft werden, davon berichtet das Buch. Auch davon wie man unliebsame Zeitgenossen mundtot macht(e), welcher Schachzüge, Täuschungen und Winkelzüge man sich bedient. Auf der Rückseite wird bei entsprechendem Lichteinfall die schattenhafte Figur des Pinocchio sichtbar. Bei allem was an Presseerzeugnissen konsumiert wird, sei der Schatten der Figur Mahnung und Warnung, ja nichts einfach so unbesehen zu glauben, so mancher Redakteur in verantwortungsvoller Position täte gut daran. Dann müsste man auch nicht – wenn es denn genehm ist  - eine Gegendarstellung drucken bzw. auf der Website einen Vermerk anbringen, welche dann bestimmt von den Meisten ob ihrer Größe übersehen werden dürften. Eine Verbesserung – also eine korrekte, unabhängige Berichterstattung – als Gegengewicht zur Politik in der Demokratie wird kaum zu erwarten sein, denn dann müsste man ja wirkliche Empathie für lebendige Menschen entwickeln und hätte letztlich für Mammon nur noch wenig übrig. Einen Fehler hat das Buch allerdings, das Inhaltsverzeichnis gibt die falschen Seitenzahlen an. Es sei verziehen, niemand ist perfekt. 

Autor:Peter Denk, 304 Seiten
Einband:Gebunden
Stichwörter:Demokratie, Lügenpresse, Presse,
 Meinungsdiktatur

Die Kunst des Fermentierens - Sandor Ellix Katz

Jedwedes Lebensmittel, das per enzymatischer Umwandlung organischer Stoffe geschaffen
wurde fand irgendwann als Kostprobe oder Rezept den Weg zu Sandor Ellix Katz, zu all seinen Bottichen, Krügen, Fässern und Schüsseln, wo es man mehr mal weniger heftig blubbert. Dieser Eindruck entsteht, wenn man das großformatige, sehr umfangreiche Buch in den Händen hält, das erklärt, wie man diese Köstlichkeiten selber fabrizieren kann. Alles wird der Natur überlassen, je nach Eigenart der Ausgangmaterialien mehr oder weniger dem Zufall, aber bloß nicht der (Lebensmittel)Industrie, das ist das große Anliegen des Autors. Er hat eine ansteckende Begeisterung für alles Vergorene, sich Verwandelnde, die mitreißt und neugierig macht. Wegbegleiter und Verkoster, Selberbrauer und studierte Köpfe, wer etwas beitragen konnte kam zu Wort. So wird wertvolles altes Wissen und Können erhalten, der breiten Masse erneut zugänglich gemacht. Zahlreiche Beschreibungen und Rezepturen des Autors und der seiner fermentationsbegeisterter Zeitgenossen laden ein es selbst zu probieren. Das nötige Wissen um die einzelnen Arbeitsschritte und die chemischen Prozesse werden entspannt vermittelt. Denn weiß man um die Wechselbeziehungen der unzähligen uns umgebenden Hefen, Bakterien, Pilze kann man Fehlentwicklungen zeitig begegnen und grobe Fehler vermeiden. Der zitierte Sidney Mintz meinte dazu: „Was fermentiert und was verrottet ist, kann davon abhängen, ob eine Person dazu erzogen wurde, das eine oder andere zu essen.“ 

Was vor einigen Jahren noch selbstverständlich war, wurde nach und nach mit Argwohn beäugt und schließlich ganz und gar in die kalten metallenen Klauen industrieller Fertigung gegeben, fiel der irrigen Annahme zu Opfer, das die häusliche Herstellung zu unhygienisch, zu aufwendig und zu teuer sei. Die propagierte Zeitersparnis und Entlastung brachte sterile Einheit, statt lebendige Vielfalt. Dabei haben wir sie so bitter Not, die unbehandelten ursprünglichen Lebensmittel, die die Botschaft der Heimaterde in unsere Körper tragen. 

Das Handwerkszeug jedenfalls wird hier kenntnisreich dargelegt, sodass alle Fragen beantwortet werden. Ton-, Holz-, Kunststoff-, Glas- oder Metallgefäß, vielleicht auch einen Kürbis oder eine Grube nach alter Methode? Hier finden Sie die Antwort. Weiter geht’s mit der Erklärung der Vergärung des Zuckers und damit der Herstellung von Wein oder Met. Auch hier wieder eine unglaubliche Vielzahl von Anregungen, die beim nächsten Abschnitt, der sich mit Gemüsen und Früchten befasst so bunt weiter geht. Unglaublich, welche neuen Möglichkeiten sich durch Fermentation bieten, jedes Fleckchen Erde hat seiner Natur gemäß regionale Rezepturen, sehr viele sind hier versammelt, selbst vor Pilzen wird nicht halt gemacht. Von Kuriositäten wie Feigenbutter ist zu lesen. Von Erfrischungsgetränken, von Kwas und Kefir, Mauby und Tepache, von selbstgemachter Limonade, gesund und köstlich, statt pappesüss. Mein Kombucha brachte bisher „nur“ ein Getränk hervor, das Buch verrät wie Bonbons daraus werden. Auch Käse und Jogurt sind Fermentationsprodukte, folglich geht es anschließend um Milch und Molke und ganz spezielle Tipps damit. Auch Veganer kommen nicht zu kurz, wie Pflanzenmilch und daraus nun wieder käseähnliche Erzeugnisse entstehen gehört selbstverständlich auch in das Werk.  Dabei betont der Autor, dass es nicht darum geht, einen Ersatz zu finden, vielmehr lässt er uns etwas völlig Neues entdecken. Später vielleicht selbst gemachtes Bier, beliebig variabel nach den Rezepten aus aller Herren Länder, oder Schimmel in Kulturform. Hülsenfrüchte, Samen, Fleisch, Eier, alles wandert in irgendeinen Behälter, notfalls in Mutter Erdes Schoß, von wo sie genommen. 

Fermentierung ist stetige Veränderung, ist eine Konstante in dem Kreislauf des Lebens. Ob im Keller oder auf dem Komposthaufen, im Garten, der Klärgrube oder in des Menschen letzter Ruhestätte, alles ist Fermentation. Das ist das Leben gebunden im ewigen Tanz der Elemente, die Kenntnis vom Wert der Nahrung, der Heimat, der Erde. Lesen, nachschlagen, Anregungen wirken lassen, auf neuaromatische Weltenreise gehen, neckisch dekoriert mit kleinen Anekdoten und schließlich die Küche um nie gekannte Gaumenfreuden bereichern – das ist die Bibel der Fermentationskünste, der zusammengetragene und erlernte Wissensschatz des Sandor Ellix Katz, dem Papst der Verwandlung der Erdgaben zur hedonistischen Vollendung. 

  • Die Kunst des Fermentierens
  • 621 Seiten, zahlreiche Illustrationen + 32-seitiger Farbbildteil
  • Verlag: Kopp Verlag
  • Preis: 29,95 €

Freitag, Januar 08, 2016

Das verflixte Klopapier

Früher zu Großvaters Zeiten
Da hing man seinen Po den breiten
Über ein gar schwarzes Loch
Donnerbalken nannte man es noch.

Dachte dann im Sommer gerne
An des Winters kühle Ferne
Wenns doch nur was kälter wäre
Hinge der Gestank nicht gar so schwere
In der Nase, an den Kleiden
Das tat den Besuch verleiden.

Doch des Menschen erster Sinn
Ist es nach dem Mahle hin 
Dem Klosette zu zustreben
Öfter – war man Vortags einen heben
Oder wenn es im Gedärme krachte
Man sich hier Gedanken machte

Kommts erst hinten oder droben,
schon ganz fein oder im Groben.
Ist dann endlich damit Schluss
So folgt was immer folgen muss: 
Man wischt - egal ob groß ob klein -
Den Podex sauber und hübsch rein.

Nun gab es damals nicht wie heute
Weiches Papier für alle Leute. 
Opas lag im schönen Stapel
An der Wand mit viel Gekrakel.
So hatte man denn auch Lektüre
Auf das beim Kacken man erführe

Was noch wichtig ist und war
Kultur, Politik und Klatsch na klar.
Versuch mal das von heut zu falten
So dass es passt in Ritzen, Spalten

Damit es seinen Zweck erfülle
Säuberung der äussren Hülle,
Ohne das es grauslich pickt
Der Deliquent laut hörbar quickt.

Das war und ist schon längst vergangen
Bliebe nunmehr etwas davon hangen
Erzeugt es Krebs, so heißt es heute,
gewarnt sind auch schon alle Leute.

Auch schiens mir weicher da zu sein
Das bildet man sich auch nicht ein.
Heute spült man mit dem Wasser nach,
beherrscht ein jeder, selbst im Schlaf. 
Man hat es öko, chlorfrei oder auch gebleicht
Und wem das alles noch nicht reicht
Der mag die Düfte der Kamille
Einen Schneemann mit ner Brille,

Genoppt, gerippt und auch gestanzt
Begleite es der Speisen letzten Tanz.
Ja man könnt sich auch bequemen
Kleine Läppchen herzunehmen - 
Gebügelt, weich gespült – oh nein
Das könnt schon wieder schädlich sein.

Immerhin man könnts versuchen,
Nur freilich wird man es verfluchen 
Bei der stinkgen Wäscherei
Sich und jedes extra weiche Ei.
Möglich auch ein Sitzwaschbecken,
das erfüllt den gleichen Zwecken.

Doch den Meisten tuts Papier,
hat nicht jeder ein Bidet allhier.
Oh die Mengen dauern mich so sehre
Mit jedem Mal gewinnts an Schwere
Ich such die Alternative für: 
Das verflixte Klopapier


Donnerstag, Januar 07, 2016

Handkäse & Kräuterkrustenkäse

Neue Rezepte und Ergänzungen zu meinem Buch "Alles selbst gemacht: Butter, Käse, Öl & mehr" folgen hier.

Käse machen ist nicht schwer. Wichtig ist, dass alles blitzsauber ist.

Handkäse aus deinem Quark / Frischkäse. Schön trocken und krümelig muss dein Quark sein, je weniger Wasser, desto besser. Wasche die Hände und alle Geräte mit heißem Wasser ab.

Von 500 g selbst gemachten, trocken, Quark, gewürzt mit Kümmel forme nun kleine flache Klopse, 
decke sie mit einem feuchten, in Essigwasser getränkte und ausgewrungenen Tuch ab. 
Nun musst du warten, der Käse reift unter dem Tuch, befeuchte das Tuch hin und wieder mit Essigwasser. Für dein Essigwasser nimm einen mild schmeckenden Essig, 1 El auf 500 ml Wasser. 
Kontrolliere hin und wieder, ob sich Schimmel bildet. Wenn ja, musst du ihn mit Essigwasser säubern. 

Wenn der Käse anfängt glasig zu werden ist er auf einem guten Weg. Gib ihm noch ein, zwei Tage. Drückst du mit dem Finger drauf ist muss es elastisch sein. Der Reifevorgang dauert zwischen 7 und 10 Tagen. Hast du einen Tontopf, kannst du die Käse da auch reinlegen, der Topf ist am Besten im Keller aufgehoben. Zu Warm darf es dem Käse nicht sein. 


Mit Kruste:

Du kannst auch etwas mehr als faustgroße Laibe formen und diese vor dem Trocknen in getrockneten Kräutern wenden. So bekommt er eine schöne Rinde und schimmelt auch nicht. Die Kräuter konservieren den Käse. Du kannst den Käse auch in Salz und Pfeffer wenden.