Dienstag, Juni 24, 2014

Kräutergarten anlegen

Frische Kräuter sind für die meisten Hobbyköche unverzichtbar. Wenigstens einige Töpfchen auf dem Fensterbrett mit den wichtigsten wie zum Beispiel Basilikum, Petersilie, Salbei oder auch Schnittlauch sollten es schon sein. Immerhin kann man wenigstens die Töpfchen das ganze Jahr über kaufen. Dabei sollte man aber unbedingt darauf achten, wo man sie hergeholt. Leider habe ich schon des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass die Discounter angebotenen Pflanzen in minderwertige Erde eingesetzt, aus der dann frohe und fröhlich kleine Fliegen schlüpfen. Also ich jetzt nur noch die Gärtnerei meines Vertrauens und wurde meine Pflanzen dort. Zum Glück bin ich in der glücklichen Lage wenigstens ein kleines Beet mein Eigen nennen zu dürfen. Hier habe ich die wichtigsten Kräuter selbst gebaut. Ich freue mich schon auf die Ernte im Herbst.
Wenn du selber einen Kräutergarten anlegen willst, solltest du ein paar Grundregeln beachten. Deine Kräuterauswahl an der Anbaufläche sowie Wände Verträglichkeit der Arten untereinander beeinflusst. Für die wichtigsten Küchenkräuter wie Salbei, Pfefferminze, Basilikum, Rosmarin, Liebstöckel, Thymian usw. genügt auch ein kleines Beet. Wichtig bei der Anlage eines Kräutergartens ist ein möglichst durchlässiger und lockerer Boden. Er sollte neutral bis leicht sauer sein. Die meisten Kräuter brauchen ganz viel Sonne und Staunässe jeglicher Art vertragen die meisten Sorten überhaupt nicht gut. Es gibt aber auch Sorten, die gut im Schatten wachsen. Waldmeister wäre zum Beispiel ein Vertreter dafür.

Wie du deinen Garten anlegst obliegt deinem persönlichen Geschmack und natürlich den Gegebenheiten vor Ort. Ganz modern sind die so genannten Kräuterschnecken bzw. Kräuterspiralen. Auch Trockenmauern bieten Kräutern ideale Wachstumsbedingungen. Ihr Vorteil ist der geringe Platzbedarf bei einer vergleichsweise großen Menge an darauf pflanzbaren Kräutern. Die Steine die zum Bauen einer Spirale oder einer Mauer genutzt werden speichern die tagsüber aufgenommene Sonnenwärme und geben Sie nachts wieder ab. Natürlich kann man auch viele Kräuter in Kübeln und Töpfen kultivieren. Ein altes ausgedientes Fass tut es genauso. Er muss danach der Boden entfernt oder zumindest mit Löchern versehen werden. Ein altes Wagenrad, dessen Speichen die Kräuter voneinander getrennt und doch gemeinsam wachsen lassen sieht auch sehr apart aus.

Glücklicherweise wachsen Kräuter fast von allein. In das vorbereitete Beet einfach den Samen geben und einige Wochen warten. Einmal angesiedelt werden die Pflanzen wenn sie sich wohl fühlen bald im ganzen Garten verwildert anzutreffen sein. Nicht alle Arten lassen sich so einfach ansiedeln. Ausdauernde Gehölze benötigen eine Vorkultur in Töpfen und dann selbst nach dem Auspflanzen ein bisschen Fürsorge. Einen Kräutergarten braucht keine besondere Pflege. Bei Trockenheit muss er selbstverständlich gegossen werden, hin und wieder musst du die Pflanzen entfernen, die du nicht dort haben möchtest. Einige Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf wie zum Beispiel Engelwurz oder Liebstöckel wirst du hin und wieder düngen müssen. Er und natürlich frostempfindliche Arten im Winter ins Haus holen. Je nach Staudenart wirst du einige zurückschneiden und andere einfach so über den Winter lassen. Anleitung zum Bau einer Kräuterschnecke oder einer Trockenmauer findet man zuhauf im Internet.

Hier einige unproblematische Kräuter zum "rantasten"

1. Basilikum

Wird ca. 30-40 cm hoch und ist eine recht empfindliche einjährige Pflanze. Sobald es draußen warm genug ist kann man sie direkt im Freien aussähen. Basilikum ist kälteempfindlich. Wenn du die Haupttriebe regelmäßig zurückschneidest wächst die Pflanze buschig. Basilikum ist mit grünen und violetten Blättern zu haben. Er enthält ätherische Öle wie Linalol, Estragol und Kampfer, aber auch Vitamin A und C ebenso wie organische Säuren.


2. Dill

Ebenfalls eine einjährige Pflanze, allerdings winterhart, sie wird bis zu 1 m hoch. Sie hat ganz feine Blätter und wunderschöne gelbe Blüten. Sie schmeckt herrlich würzig und passt in jeden Salat. Die Samen kannst du für die nächste Saison verwenden. Diese Pflanze mag es überhaupt nicht wenn du sie umpflanzt, daher dünne sie nur aus und jäte um sie herum. Wenn Sie ungefähr 45 cm hoch ist, ist es besser sie anzubinden. Dill enthält große Mengen ätherische Öle die anregend auf die Verdauung wirken.



3. Estragon

Estragon ist eine winterharte Staude von 60-90 cm Wuchshöhe. Estragon trägt silbriggrüne schmale Blättchen und im Sommer zeigt der grünliche Blüten. Achte darauf französischen Estragon einzukaufen, dessen Aroma besser sein soll. Man kann ihn durch Stecklinge vermehren. Er liebt sandigen Böden im Winter solltest du ihn mit etwas Heu abdecken. Im Frühjahr wird es besser sein kräftig zurückzuschneiden, dann treibt er buschig aus. Estragon enthält viele ätherische Öle. Er braucht nicht zu hoch dosiert zu werden. Er eignet sich wunderbar zum würzen von Fischgerichten und zum Ansetzen von Kräuterölen und Kräuteressigen.

4. Boretsch

Ist eine einjährige bis zu 100 cm hohe Pflanze. Er wird direkt ins Freiland ausgesät. Die Pflanze ist winterhart und vermehrt sich durch Samen selbst. Sie wuchert stark und muss daher immer wieder zurück geschnitten werden.

Borretsch enthält viele Alkaloide aber auch Kieselsäure, Saponine, Schleimstoffe und Vitamin C sowie vieles andere mehr. Wenn das Kraut blüht kannst du es zum Einmachen von Gurken verwenden.


5. Liebstöckel

Unter den Namen Maggikraut kennt fast jedes Kind diese Pflanze. Sie wird richtig groß: 1 -2 m. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr oder August direkt ins Freiland, sie verwildert leicht.

Eigentlich kann man das Kraut schon einen Busch nennen, eher im Sommer zeigt sie gelbe Doldenblüten. Liebstöckel braucht viel Wasser. Die Pflanze enthält viele ätherische Öle. Liebstöckel kann man im Gegensatz zur Petersilie ruhig mitkochen.


6. Majoran

Diese einjährige bis zu 40 cm hohe Pflanze ist recht frostempfindlich, weshalb du sie erst nach den Eisheiligen hinaus setzen darfst. Majoran wächst relativ langsam deswegen achte darauf, dass sie nicht vom Unkraut überwuchert wird. Du kannst ihn im Haus vorziehen oder ab Mai direkt ins Freiland aussähen. Majoran enthält unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Ascorbinsäure.




7. Oregano

Ist eine winterharte Staude von ca. 40 cm Wuchshöhe. Er ist eine Abart des Majoran und wird oft auch wilder Majoran genannt. Er bildet wenn er größer wird einen kleinen Burschen teilweise verholzten Trieben. Im Juli erscheinen die Lila weißen Blüten, die du bis in den Herbst sehen kannst. Du kannst ihn im Herbst oder im Frühjahr direkt im Freien aussehen, er braucht relativ viel Sonne und einen geschützten Platz. Durch Teilung kannst du die Altpflanze vermehren, in Gegenden mit strengen Wintern bitte abdecken und im Frühjahr wieder zurückschneiden.




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