Mittwoch, Oktober 31, 2012

Kürbisköppe, Gefüllter Kürbis...

Kürbisköppe mal anders. Ich versteh ja nix davon, meine sehen immer aus wie gewollt und nicht gekonnt. Ich verbacke das lieber. Oder mach ein Gemüse daraus. 

Kürbis a´ la Spargel z. B. 


Dazu schneidet man 1-1,5 kg Kürbis in ca. 10 cm lange Stücke, so breit wie ein Finger, kocht die Stücke in Salzwasser bissfest. Heraus heben, abtropfen lassen, in eine Auflaufform schichten, mit 250 ml saure Sahne übergießen. Dann in 100 g Butter 50 g Semmelbrösel anrösten, auf den Kürbis krümeln und dann im Backofen 1/4 Stunde backen.
Kürbis kann man auch füllen, und das geht so: Einen kleinen Kürbis waschen, schälen, halbieren, aushöhlen. Für die Füllung 3 Semmel in 0,2 L Milch einweichen, durch den Wolf drehen oder mit den Händen zerpflücken, dazu 2 Eier rühren. 250 g fein gewiegte angeschmorte Pilze mit Salz, Pfeffer und frischem Estragon vermischen, zu der Semmelmasse geben und verknete. Das ganze in den Kürbis füllen, mit Emmentaler bestreuen und 1/2 Stunde überbacken. Zu dem keltischen Totenfest ist ja eigentlich schon alles geschrieben, weswegen ich mir das hier schenke. Ein Fest gab es dieses Jahr krankheitsbedingt auch nicht. Nur für mich allein, ein wenig räuchern mit Salbei, Wacholder und Rosmarin. Innehalten, in sich gehen, sich zurückziehen, ausklingen lassen. In diesem Sinne: Eine ruhige Nacht ohne "Süßes oder Saures". 

Sonntag, Oktober 28, 2012

Mohnsahne - Vanille -Seife


Olivenöl, Kokosöl, Leinöl, Pistazienöl, Rizinußöl, Mohnöl, Binenwachs, Lanolin
Zum Beduften: Yang Yang, Vanille und Teebaumöl, 
Zucker, Mohn
Lauge: Süße Sahne, Mohnabsud


Samstag, Oktober 27, 2012

Die russische Kräuter-Heilkunde

Es gibt ein neues Kräuterbuch, dass Heilkräuter mal aus einer ganz anderen Ecke betrachtet und anwendet: aus der osteuropäischen, russischen Sicht. Eine liebe Freundin stammt aus der Ukraine und der Austausch über Heilpflanzenanwendungen in diesem Landstrich machte mich neugierig. Der Zufall führte mich zu dem Buch von Vadim Tschenze, der aus einer russischen Familie stammt. Hier gab es die Großmama Baba Walja, die das Wissen um die Heilkraft der an Ihren Enkel weitergab. Fast ist es so, als höre man die Oma reden, wenn man das Buch liest. Im leichten Plauderton geschrieben werden die wichtigsten angewendeten Pflanzen mit deutschen, lateinischem und den volkstümlichen Namen alphabetisch nacheinander abgehandelt. Zu jedem Kraut werden die Anwendungsgebiete, die die Volksmedizin kennt genant, dazu noch einige andere interessante Angaben und die Rezepturen dazu. Der Text ist sehr allgemein gehalten, keine Wissenschaft sondern die pure Lebenserfahrung sprechen aus dem Buch. Für Menschen, die Kräuter als Lebewesen sehen und ihre Kraft zur Gesundung nutzen ist das Buch gut geeignet. Es hält sich nicht mit langen Erklärungen auf. Man könnte einfach loslegen. Leider gibt es keine Bilder, so dass man noch ein Bestimmungsbuch braucht oder aber die Sachen in der Apotheke holen geht. Es sind einige Rezepte enthalten, wo ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen kann: z. B: soll man den Aloesaft einfrieren und bei Hämorrhoiden in Form gebracht den After einführen und 5 Minuten da lassen. Oder wussten Sie, dass die Blätter der Rosskastanie als Tee nach einem Infarkt helfen? Und von der Kartoffelmütze bei Spannungskopfschmerz und Migräne habe ich auch noch nie gehört. So geht das quer durch das ganze Buch. Neben den klassischen Heilpflanzen findet man auch Bertram, Galgant und Ginseng, aber auch den Affenbrotbaum, Bananen, Datteln, Echinacea um nur einige zu nennen. Das 240 Seiten starke Buch überrascht mit Kuriositäten und völlig anderen Anwendungsmöglichkeiten als die mir bekannten. Das Buch beschließen einige Erfahrungsberichte, es ist auf jeden Fall sehr lesenswert und als (Weihnachts)-Geschenk mit einem Gutschein für Kräuter vom Fachmann kommt es bestimmt gut an.

Hardcover: 240 Seiten
Verlag: Aquamarin; Auflage: 1. (10. September 2012)
Sprache: Deutsch, ISBN-13: 978-3894276102
Größe und/oder Gewicht: 25 x 17,8 x 2,4 cm

Bevor es schneit...






und bevor Samhain ist, ja da sollte man doch eben noch mal schnell etwas ernten, Weißkohl z. B. oder Sauerampfer der zusammen mit Kartoffeln eine leckere Suppe abgibt, schön sättigend und wärmend, wo es nun so ungemütlich draußen wird. Das Süpplein ist recht schnell gemacht. Dafür nimmt man drei oder vier große Kartoffeln und zwei schöne Karotten. Beides waschen, die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Diese dann in etwas Ghee anschmoren, eine klein geschnippelte Zwiebel dazu, kurz anschwenken, mit Gemüsebrühe oder nur mit Wasser aufgießen. etwas Salz dazu geben. Das Gemüse weich werden lassen. In der Zwischenzeit eine Handvoll Sauerampfer waschen und verlesen, die groben Blattstiele abschneiden und dann die Blätter grob zerkleinern und in die Suppe geben, 10 min köcheln lassen. Nun mit dem Zauberstab durchfahren. Wer keinen hat muss die Suppe passieren, dann wird sie aber so gleichmäßig und das mag ich nicht so. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und einen Tupfen saure Sahne auf den Teller setzen.

Sauerkraut könnte man auch machen, im Glas. 


Dafür braucht man keinen Krauthobel, auch kein großes Fass, nur ein paar Gläser sind vonnöten. Und es ist einfacher, als man denkt. Lediglich 6 - 8 Marmeladengläser und ein schöner großer Weißkohl von ca. 2,5 Kg Gewicht, mehr brauchst du nicht. 


  • Der Kohl wird entblättert, gewaschen und klein gehobelt mit einem Reibeisen, Küchenmaschine o. ä. Ist alles fertig zerkleinert 
  • vermischt man den Kohl mit etwas Salz. Man benötigt ungefähr 1 nicht gehäuften EL Salz auf ein Kilo Kraut. Das Komische ist: man braucht weniger, als man annimmt. Sei sparsam, schnell ist es versalzen.
  • Jetzt das Kraut in die vorbereiteten Gläser füllen, fest eindrücken und zuschrauben. Keine Angst, die Gläser gehen nicht kaputt, aber bitte in eine Plastikwanne stellen, es kann sein, dass etwas Saft aus den Gläsern raus läuft, man weiß ja nie. Bei einigen Gläsern ist nix und bei anderen wieder doch. 
  • Nach ein paar Tagen kann man es sehen wie es blubbert, dann heißt es geduldig warten. 14 Tage bis 3 Wochen sollte man dem Weißkraut Zeit lassen.


Geschmacks-Abwandlungen: 


  • Füge ein Lorbeerblatt und zwei Wacholderbeeren oder etwas Kümmel oder ein Stück Apfel und Karotte oder etwas Bockshornklee und Bengalpfeffer oder einen Schluck Wein hinzu. Jedes Mal anders, jedes Mal lecker Sauerkraut.


   



Freitag, Oktober 26, 2012

Pilze - wieder mal.

Nachdem der Oktober uns doch noch ordentlich verwöhnt hat, war meiner einer mal wandern, bietet sich ja an. Was man fand waren Unmengen Pilze, von denen ich leider die wenigsten bestimmen konnte. So ein Ärger aber auch, dem werde ich Abhilfe schaffen. Was bin ich als Kind durch die Wälder gestreift, habe quasi mein Essen selbst zusammen gesucht, habe meinen Vater genervt, er kann den Geruch heute noch nicht ab, jaja schlechte Erfahrungen. Dabei hab ich die wichtigsten Speisepilze sicher bestimmen können, meine Mutter betrachtete mein Treiben immer mit etwas Sorge, unterstützte mich aber immer in allen Dingen, so dass ich ausprobieren konnte, wonach mir in dieser Hinsicht der Sinn stand. Man kennt dann die wichtigsten Fundstellen und diese werden auch nicht verraten, ins vielgehütete Pilzbuch, was mein ständiger Begleiter war, wurden ein paar vage Hinweise eingetragen, geheimnisvoll tat ich damit :-). In diesen Tagen nun lasse ich die Fruchtkörper stehen, andere Sorten wachsen hier auch, jede Gegend hat ihre Eigenen. Dabei sind die Pilzgeflechte selber oft viele hundert Jahre alt, komplex, dicht gewebt, wie ein feines Netz, verbinden sie alles was auf der Erde wächst, leben in Symbiose mit den Pflanzen, ja sie verbinden sich mit den Wurzelzellen der Pflanzen. Durch die so geschaffenen Verbindungen können Nährstoffe ausgetauscht werden, damit sind Pilze wichtig für den geregelten Kreislauf der Natur. So etwas nennt der Fachmann "Vergesellschaftung". Wolf Dieter Storl bezeichnet in seinem Buch "Pflanzendevas" diese Geflechte "als das Hirn der Vegetation", Wurzeln, so sagt er, seinen ein Ausdruck vegetativer Intelligenz. Mittels unzählbarer, ständig sich neu bildender Haarwurzeln durchtasten Pflanzen wahrnehmend den Erdboden.... Sie spüren Spurenelemente, Wassermoleküle und andere physio-chemische Informationen auf. Diese Wurzelenergien wurden von Hellsehern als Heinzelmännchen und Gnomen wahrgenommen. In den Märchen werden diese Wichtel auch als entsprechend klug, aufmerksam und weise dargestellt.»Wie Recht er doch hat. Einen wunderbaren Film mit geballten Wissen, unbedingt sehenswert:


Teil 2 - 5 kann man auf Youtube anschauen.

Mit Kartoffelpuffern
Panierte Champiköpfchen
Wenn man nun nicht sammeln kann, oder will, dann kann man sich ja wenigstens die Champis kaufen. Appetit auf Pilze hatten wir gestern, kurz vor Ladenschluß - also schnell hingesaust, das letzte Paket Bio-Champis und ein Packerl normale Pilze hatten sie noch. Und wirklich, der Biopilz roch bei weiten viel stärker und aromatischer. Daraus haben wir leckere Pilzsauce gemacht, dazu Kartoffelpuffer. Sauce: Pilze putzen, kleinschneiden, in Butter anschwenken, 1 Frühlingszwiebel mit anschmoren. Peffer und Salz nicht vergessen, mit Sahne aufgießen. Fertig. Oder man paniert kleine Köpfchen und ißt sie zu grünem Salat.


Donnerstag, Oktober 25, 2012

Denkt´nicht, du wärst modern - mal ein fast (un)freiwilliger Beitrag der bei Kuhfladen-Tee und Kuhkacke aufhört

Körniger Rinderdungbecherling - Quelle Wikipedia
...wenn du für dich entschieden hast, dich gesund zu ernähren, weniger Fleisch zu essen, deine Nacktheit als natürlich anzusehen, Erholung in der Natur zusuchen, dich selbst ein wenig zu kurieren mit dem was um dich herum wächst, das ist nicht neu, das war alles schon mal da. 
Ob in der Antike oder im jungen Mittelalter, der Mensch war einfach Mensch. Ob jung oder alt, alles hatte seine Berechtigung. Man nutzte die Kraft der Elemente um seinen Körper gesund zu erhalten. Klares reines Wasser zum Trinken, die Sonne zum Kraft tanken, den Wind, der frische Luft brachte und das Feuer, das das Tote verzehrte. Heute bist du frei, in deinen Entscheidungen, wie du leben willst. Veganer und Vegetarier sind keine Randerscheinung, naturverbundene Menschen - wilde Weiber und bärtige Kerle, es gibt sie noch, sie konnten nicht wegresozialisiert werden, nicht umerzogen zum Otto. Es gibt so manchen, der hat einen besonderen Zugang zur Umwelt, hört, was viele nicht hören wollen, sieht, was kaum wahrgenommen werden kann. Man spürt es tief in seinem Inneren wenn man nur zuhören nicht verlernen wollte. All das, was heute wieder in auch so modern aufgemachten Büchern unter fantastischen Namen veröffentlicht wird, gab es in ähnlicher Form schon. Dabei humpelt das Wissen auf der Straße hinter einer Gehhilfe her, oder sitzt im Altenheim, wartend auf den Tag der Erlösung. Keiner hat Zeit, achtlos hastet man vorbei, wer hat schon Lust und Zeit, den Alten zuzuhören? Gestresst torkeln wir durch die Gegend, von einem Termin zum nächsten hetzend.

Und jetzt meine Bitte: bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit: bitte lächeln. 

Die Reaktion kann nicht ausbleiben, ein freundlicher Gruß, das Gesicht strahlt, oft lässt sich leicht ein Gespräch anknüpfen, dann höre zu. Es wird bereitwillig so vieles preisgegeben, was du so noch nie gelesen hast, kannst du auch nicht, denn hier berichtet ein Zeitzeuge. Vielleicht entsteht auf diese Weise eine nette Bekanntschaft, versuch es ruhig mal, sei mutig. In unseren kleinen Ort gibt es etliche Damen und Herren älteren Semesters, es ist so unglaublich vielseitig was sie zu erzählen haben. Und wenn sie merken, dass man ernsthaft zuhört, so fördert man so manchen Wissensschatz zu Tage. Einer erzählt vom Heuen, Vorräten anlegen, der Nächste vom Mond und seinen Phasen, ein Dritter von Pilzen und Kräutern. 

Kuriositäten erfährt man: wie z. B. die Geschichte vom Kuhfladentee, der den Anhängern der kneippschen Lehren wohlbekannt sein dürfte. Die Besonderheit liegt aber in der Art des Fladens, nur von der Kuh, die viele Kräuter gefressen hat, denn muss man nehmen. Wenn du schon mal in eine "Tretmine" eingetapst bist, erinnerst du dich bestimmt an das Aussehen. Wenn’s der Richtige ist, dann sieht man die fein zermahlenen Kräuter noch. 


  • Der Fladen wird getrocknet und pulverisiert. Und wenn man nun Fieber bekommt, dann nimmt man 2 TL Pulver und gießt 1/4 l Wasser darüber und lässt das Ganze etwas ziehen, seiht ab und gibt Honig daran um es zu süßen



  • Eine andere Frau sagte, man soll das Pulver mit Milch aufkochen, abkühlen lassen, seihen und dem Kranken zu Trinken geben.
  • Quält man sich mit einen Geschwür herum, so koche man ein bisschen Exkrement vom glücklichen Hornvieh in Rizinusöl, gebe das Öl nach dem Seihen als Kompresse auf die Stelle (auch nachzulesen im "Magazin der ausländischen Literatur der gesamten Heilkunde...“). 
Durch die Zersetzungsprozesse bildet sich im Fladen ein dem Penicillin ähnlicher Stoff, und wenn man bedenkt das Antibiotika so genannten Nährstoffräuber sind und uns Vitamine der B Gruppe, ebenso K-Vitamine, auch das bei Erkältungen wichtige Vitamin C mopsen, na vielleicht probieren wir ja doch man den Tee :-). Etwas dran sein muss ja, nicht nur im Gäu weiß man um die Wirkung von Kuhmist, auch die Veden - bei denen es "gobar" heißt, nutzten den Naturstoff. Ihm wird eine adstringierende Wirkung zugeschrieben. Die zusammenziehenden Stoffe verändern die Eiweiße an Ort und Stelle, so dass ihre Funktion eingeschränkt wird, dadurch nun wieder verschließen sich Wunden viel schneller. Und wenn man nun auch noch weiter davon ausgeht, dass die Alten wirklich recht haben und die desinfizierende Wirkung ebenfalls vorhanden ist, da dann wir es doch wirklich interessant. 

So ist ein Fladen ein perfektes Düngemittel, für die empfindlichen Erdbeeren z. B. Das wusste auch meine Oma Martha, mit ihr bin ich als Kind immer auf die Weide gegangen zum Mist holen. Die Fladen mussten oben leicht angetrocknet sein und innen noch feucht. Man wird sich wundern, wie schnell das Gratiszuhause von Dungkäfern und Mistfliegen bevölkert wird. Auch Hefe, Bakterien und Pilze zersetzen ihn weiter. Im Laufe der Zeit bleiben nur ein paar Krümel über die die Regenwürmer und Mistkäfer eingraben. Überall auf der Welt wird der Naturstoff genutzt, auch als Baumaterial im Baulehm. Für die geflochtenen Behausungen in Afrika, deren Außenhaut aus Kuhkacke besteht. Einmal erhärtet ist sie geruchlos. 

Und wenn wir schon mal beim Thema Kuhscheiße sind, so liefert Der Spiegel in einer Ausgabe vom 30.04.1979 zum Thema alternative Energien einen Bericht über die Verwendung von Kuhdung nebst Minianweisung wie man denn ein Heimkraftwerk selber bauen kann. Im Jahre 2012 nun sind die grünen Kraftwerke auch in Deutschland immer mehr im Kommen, auch unser Dorf hat eins, es ist nicht zu überriechen, man kann es wunderbar nachzulesen in dieser Reportage (PDF-Download) vom Handelsblatt. Jetzt bin ich wieder mal weit abgekommen, von dem was ich schreiben wollte. Ich lass das jetzt einfach mal als Gedankengang der im Zuge einer Teestunde unter Butterbroteinfluss entstand, stehen. Und wem das stinkt, der kann ja baden.








Mittwoch, Oktober 24, 2012

Oda Trochaica

Boreas und Oreithyia
Wieder mal ein Fundstück, dieses Mal von Arno Holz. 

Jetzo´ da der Winter meist
nichts wie Schnee und Hagel schmeist /
draut man sich aus seinem Haus
kaum mit halber Nase rauß;
denn es sind uns sonst die Ohren
gleich gantz dikk mit Lyß befroren.

Drümb so sezzt man seinen Sinn
auff ein volles Wämbstrich hin
Leyer-Muhß mit Amber dreyn
schlingert man in sich hinein /
und wie süß zum Rosse schmäkken
morgens itzt die Botter-Wäkken.

Karpen / Stintchens / Plötzchens / Hächt /
alles kömbt uns itzo rächt /
Schünkchen / Wörste  / Sauer-Kraut
und waß man noch sonst verdaut.
Ingwergens und Citronaten
sind itzt gleichfalls wohl-gerathen.
Raub der Oreithyia auf einer apulischenOinochoe
ca. 360 v. Chr. (Louvre, Paris)

Hat man dan genung gebappt / 
fühlt man / daß man kaum mehr jappt /
zihmbt sein Schlückgen Aqwa fit /
Weil man nicht den Kirch-Thurm siht.
Doch man weiß / es ragt derselbe
noch ins obre Blau-Gewelbe.

Drauff so drukkt man Dorime
zährtlig auff das Canape / 
butzt ihr Schnuhtzgen und enthüllt
waß ihr brall das Mihder füllt;
denn man muß nach solchen Sachen
sich ein Mouvementgen machen.

Ihrer Äuglein flincker Lauff
fordert uns zum Spihlen auff / 
und sie kikkert und sie lacht /
biß ihr pumps  / das Bältzgen kracht.
so nur kan man mit Behagen
Boreas ein Knüppgen schlagen.

Boreas ist ein griechischer Gott, und zwar der des kalten Nordwindes. Er ist auch der Schutzpatron Athens, denn als die Perser unter Xerxes angeschifft kamen, da sandte Boreos mächtige Winde, die die Schiffe der Perser um 480 v. Chr. versenkten, wohl auch deshalb, weil er der Sage nach die Nymphe Oreithyia, die Tochter eines athener Königs, zur Gemahlin erwählte und so quasi als Schwiegersohn den ihn anrufenden Athenern zu Hilfe kam. Gefragt hat er sie auch nicht, sondern einfach mitgenommen, wie das oft in alten Mythen so ist und heute von gewissen Volksgruppen im Kaukasus, einigen Gebieten Ozeaniens und Zentralasiens – hier vor allem in Kirgistan. Traditionell mit dem Einverständnis der "Braut", wenn die Eltern des Mädchens den Bewerber ablehnten oder er den Brautpreis nicht zahlen konnte. Nachzulesen auch in dem Buch "Die Sitten und Gebräuche der Völker". In dem Bericht, den ich darüber sah, lächelte das "Opfer" verschämt und meinte, nur so habe sie ihren Liebsten heiraten können, andere Mädchen hatten weniger Glück, die alte Tradition hat eine brutale Radikalisierung erfahren, die Entführungen geschehen am hellerlichten Tag, auf offener Straße, die Frauen werden in das Haus / Wohnung der Entführer gebracht, wo dann bei den Unfreiwilligen massiver Druck aufgebaut wird, um die Einwilligung der "Braut" zu bekommen. Man versucht ihr den „jooluk“, das ist der traditionellen Brautschleier, anzuziehen. Selbst wenn die Frau sich weigert und vielleicht freigelassen wird, kann es dann sein, dass ihre Familie sie nicht mehr aufnimmt, denn das geht mit gesellschaftlicher Ausgrenzung einher, gilt als unehrenhaft.  Viele Frauen stimmen wiederstrebend zu, andere wählen den Freitot. „Eine gute Ehe beginnt mit Tränen“, lautet ein altes kirgisisches Sprichwort. In der Annahme, dass die Ehe bereits vollzogen wurde stimmt meist die Familie der Braut nachträglich zu, dabei sind diese Praktiken seit 1994 verboten. Was in einigen Teilen der Erde für die Betroffenen bitterernst ist, ist in Deutschland ein beliebtes Spiel bei der Hochzeit. Im Gäu verschwindet ein Teil der Hochzeitsgäste mit der Braut in ein anderes Lokal, dort wird ordentlich gezecht und der Bräutigam muss sein Braut nach einer Zeit wieder auslösen. Er zahlt halt die Zeche oder gibt ein Ständchen. Zu früheren Zeiten entführte man nur den Brautschleier und riss ihn in viele Teile, diese bekamen die Braufjungfern, macht auch Sinn, wenn man weiß, dass man mit bennender Kerze zum Altar schritt. Und dann gab es noch das geheimnisumwitterte "Ius primae noctis" - das Recht der ersten Nacht. Dies ist als Bestandteil des Feudalismus seit dem 13. Jahrhundert angeblich belegt. Ob wahr oder unwahr, die Gelehrten streiten darüber, aber wieder einmal bin ich froh, keine Nymphe im antiken Griechenland oder Leibeigene zu sein, oder im Kaukasus zu leben. Literatur zum Thema: Jörg Wettaufer Das Herrenrecht der ersten Nacht Hochzeit, Herrschaft und Heiratszins im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Campus, Reihe Campus Historische Studien, Band 27, 1999, 430 Seiten, DM 98,ISBN 3-593-36308-9
„Das Herrenrecht“ von Wassili Dmitrijewitsch Polenow (1874)

Sonntag, Oktober 21, 2012

Brotsuppe

Es war ja wieder mal Welthungertag, dabei hungert die Welt jeden Tag. Nach Nahrung, nach Liebe, nach Frieden, nach sauberer Umwelt, nach einem Bett, wo man ungestört schlafen kann, nach Wärme. Das es so einen Tag gibt ist ungeheuerlich. Fast täglich laufen Fernsehsendungen über die Verschwendung von Lebensmitteln, zwischendrin Werbespots von den neusten "Errungenschaften" der modernen Nahrungsmittelherstellung, Kreation "Fix-Produkte", dann wieder sehen wir traurig schauende dunkelhäutige Kinder, ausgemergelt, halb verhungert, dem Tode nahe, unten läuft die Spendenhotline zur Beruhigung des Gewissens. Dabei wird soviel weggeworfen, auch das ist bekannt, ändert sich deswegen was? Da wird "altes Brot" vom Bäcker selber zu Brennmaterial gemacht Altes Brot als Brennstoff, da werden Lebensmittel auf den Müll geworfen, neben dran sitzt ein Obdachloser und hungert. 
Da geht man abends noch mal eben schnell kurz vor Ladenschluss, weil man eine Kleinigkeit vergessen hat, da sortiert die Angestellte die abgepackten Brote aus dem Regal. Auf meine Frage was sie da macht sagt sie: "Wegwerfen, das läuft in ein, zwei Tagen ab, das will keiner mehr". Wenn ich das sehe und was da Tag für Tag in der Biotonne liegt, wenn ich daran denke was man aus "Resten" noch machen kann, wenn man nur will. Dabei kommt ein großer Teil der Nahrung nicht mal bei uns an, weil sie nicht "schön" genug ist. "Rund die Hälfte unserer Lebensmittel - bis zu 20 Millionen Tonnen allein in Deutschland - landet im Müll. Das meiste schon auf dem Weg vom Acker in den Laden, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht: jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot." (Zitat: http://www.essensvernichter.de/). Wo sind die Äcker? Ich komme gern mit einem Handwagen und sammle den Rest zusammen, dass hab ich als Kind schon gemacht, warum auch nicht? Ich esse gerne eine krumme Gurke und einen Apfel, den der Ast gekratzt hat, oder einen Kohlkopf der keine Marktgröße hat. Es muss nicht aussehen wie beim Futterdesigner, sondern wie Nahrung. Ich hatte mir überlegt, ob man hier einen Link zu einer Doku setzen soll, aber ich habe es gelassen. Was bringt es schon, sich das rein zuziehen und dann schlecht zu schlafen?  Nichts, gar nichts. Wie immer fängt es zu Hause an, bei einem selber. Jeder Einzelne ist gefragt. Das Erste was wir alle verinnerlichen müssen ist dies: 
  • Jedes Lebensmittel, dass Du zu dir nimmst, sollst Du als das ansehen was es war: ein Lebewesen. Deshalb achte das Geschenk, dass Dir gemacht wurde. 
  • Achte darauf, dass Du hochwertige Lebensmittel in Deinem Speiseplan aufnimmst. Der Leitsatz soll sein: So wenig bearbeitet als möglich. Hüte Dich vor Zucker, weißen Mehlen, Limonaden usw. 
  • Mach Dir einen Wochenplan. In alten Kochbüchern sind Menüs für das ganze Jahr aufgeführt. Die Speisen sind den regionalen Gegebenheiten angepasst und gewiss nicht übertrieben. Kauf regionale, saisonale Produkte. Fass die Sachen ruhig an, rieche auch mal am Obst und Gemüse. Falls es verdächtig riecht - Finger weg. Zu Hause gib eine Priese Natron ins Waschwasser, dann ist es sauber. 
  • Geh niemals hungrig einkaufen, Du kaufst sonst viel zu viel. Lass Dich nicht von Werbung beeindrucken. Geh in Ruhe einkaufen, lass Dich nicht hetzen. 
  • Koche selbst, überlasse das auf keinen Fall der Industrie. Du kannst es selbst viel besser, ohne Dich mit Chemie voll zu stopfen, von der Du gar nicht wissen kannst, was sie langfristig in Deinem Körper anrichtet.  
  • Lass Dir Zeit beim Essen, zelebriere es, genieße die Sinnesfreuden. Kaue gründlich. Trinke ausreichend Wasser. Iss in Gesellschaft. 
  • Das, was über bleibt ist vielleicht nicht viel, aber daraus kann man wieder etwas machen. Verwende diese Reste, wirf nichts weg, was ok ist
Bestes Beispiel: Brot. Hieraus lässt sich z. B. eine leckere Brotsuppe bereiten: 

Originalrezept aus: "Von Liwanzen, Kolatschen und Budweiser Biersuppe" von Jana Hrusova und Libusa Janacekova

200 g trockene Brotrinden in kleine Stücke brechen. In 60g Fett 2 fein gewiegte Zwiebeln und Petersilie (10g) zusammen mit dem Brot anschwitzen. Nun mit 1 1/2 L Wasser aufgießen, mit Paprika und Salz würzen, knapp eine halbe Stunde kochen lassen und passieren. Nochmals aufkochen und ein Ei einquirlen.  

Ei, finde ich nach dem Geschmackstest, muss man nicht rein machen. Die Petersilie streu ich lieber frisch oben drauf und als Fett nehme ich Geeh. Passiert hab ich es auch nicht sondern mit dem Zauberstab kurz durchgerührt. Wurde schön sämig. Fazit: Lecker, gibts ab jetzt öfter. Punkt.

Freitag, Oktober 19, 2012

Avocado, Nussöl & Kräuterseife



Olivenöl, Avocadokernöl, Kokusöl, Bienenwachs, 
Macadamianußöl, Haseönußöl, Loorbeeröl, Erdnußöl, 
Mandelöl, Rizinus, Lanolin, Sheabutter, 
gem. Walnuß, Kräuterauszug, Molke

Avocado - Milchpulverseife


Na also. Geht doch. Das ist die Avocadomilchseife. 

Zutaten: 

Kokosnußöl, Rapsöl, Leinöl, Sonnenblumenöl, Mandelöl, Kakaobutter,
Reiskeimöl, Maiskeimöl, Lanolin, Distelöl, Avocadoöl. 

Beduftet mit Früchtekorbaroma. 

Montag, Oktober 15, 2012

Böhmische Haarknöpfe - "Chlupaté knedlíky" mit Kräutern aus dem Garten

Man kennt das ja, vom Mittag sind noch gekochte Kartoffeln über. Man kann diese nun vorzugsweise in einer Eisenpfanne kross anbrutzeln mit ein bissel Zwiebel und Kümmel zu lecker Bratkartoffeln, ein Ei darüber geben und mit Schinken aufpeppen, dann heißt es Bauernfrühstück. Oder man macht böhmische Haarknöpfe. Eigentlich ist das nix weiter als ein Kloßteig ala´ halb & halb. Das Verhältnis ist 1 Teil gekochte und 2 Teile rohe Kartoffeln. Diese kleinen Klößchen sind mir besonders gut von Oma Martha in Erinnerung geblieben, als wir mal eben unangemeldet in den Sommerferien bei ihr vor der Türe standen. Mit Petersiliensauce gab es diese dann "auf die Schnelle". Meine Version kommt mit Gartenkräutern daher und mit der Stärke aus dem Kartoffelwasser. 


So wird es gemacht:


  • 1/2 kg gekochte Kartoffeln vom Vortag reiben.
  • 1 kg rohe Kartoffeln waschen, schälen, reiben, in einen Leinentuch ausdrücken, das Kartoffelwasser in einem flachen Behältnis stehen lassen. Sobald sich die Stärke abgesetzt hat das Wasser vorsichtig abgießen und die Stärke mit in die Schüssel geben.  
  • Eine Handvoll Kräuter (Salbei, Brennnessel, Frauenmantel, Wegerich, Petersilie, das wächst gerade noch im Garten) fein hacken und mit
  • 1 EL Meersalz, 2 El Dinkelvollkornmehl und einem 1 Eigelb mit den Händen flott zu einem Teig verkneten. 
Aus dem Teig kleine Teilchen formen oder mit zwei Esslöffeln abstechen und in kochendes, gesalzenes Wasser einlegen. Nach einer Weile kommen die Klößchen hoch, dann noch eine Minute warten (einen probieren, ob er durch ist :-)). Die Klößchen in eine Schüssel geben mit einem Flöckchen Butter, damit sie nicht zusammen kleben. dazu schmecken auch Pilze sehr gut. Pilze putzen, klein schneiden, mit einer Frühlingszwiebel in etwas Butter anbraten, dann salzen, pfeffern. mit ein wenig Sahne verfeinern. Über die Haarknöpfe geben und mit Petersilie anrichten.


ein bisschen zum Testen

Sonntag, Oktober 07, 2012

Pilze, Pilze - Fliegenpilz



Bei einem Streifzug durchs Voralpenland sieht man diese wunderschönen farbenfrohen Gebilde schon von weitem in noch grünen Grase leuchten. Jedes Kind kennt sie und hütet sich davor. Manches Jahr sehr selten, dann wieder vermehrt, so sind sie eben.  Der Volksmund nennt sie auch Fliegenschwamm, wohl weil er früher in Milch gelegt wurde, taten sich dann die Fliegen daran gütlich so wurden sie betäubt, bzw. verstarben. In alter Zeit waren die Pilze den Menschen oft auch heilig, sie sahen anders  als das Gewohnte aus, schossen über Nacht aus dem Boden, wuchsen in Formationen (Hexenring), es wohnten ihnen Kräfte inne, die man nicht kontrollieren kann. Manche brachten den Tot, andere langes Siechtum, Halluzinationen, Schäden an Leber, Nieren, Augen usw. Dabei ist das was da in so verschiedentlicher Gestalt zwischen Unterholz und Baumwurzeln, auf Totholz und auf Wiesen in unzähligen Farben wächst nicht der Pilz, sondern nur der Fruchtkörper. Manche kann man essen, manche sind ungenießbar, manche giftig und einige werden "zweckentfremdet". Unser Kamerad, von dem hier die Rede ist jedenfalls bringt es zu einiger Bekanntheit, ist auch schon zu einem Glückssymbol   avanciert. Die alten Germanen glaubten, dass die Fliegenpilze nur an den Stellen wachsen, an der das Pferd Odins Schaum verliert. Er steht auch für Fruchtbarkeit, ich kannte als Kind einen Mann, der hat diese Pilze gegessen, ich konnte das gar nicht begreifen und fand es sehr verrückt. Er entfernte die Haut und kochte die Pilze einige Zeit, er hat 5 Söhne :-) vielleicht ist ja doch was dran? Spaß beiseite der Mann starb recht jung, aber nicht an Pilzvergiftung. Der Fliegenpilz gehört zu der Gruppe der Wulstlinge, erste Vergiftungserscheinungen treten nach 1/2 bis 4 Stunden auf. Seine Toxine wirken u. a. auf das Zentralnervensystem und rufen rauschartige Anfälle, Krämpfe, Sinnestäuschungen und Sprachstörungen hervor. Wer sich daran vergiftet hat, entwickelt ungeahnte Kräfte. Anschließend folgen Bewusstlosigkeit, Atemnot und Blutdruckabfall. Das Ganze dauert um die 24 Stunden (Quelle: TB für Pilzfreunde / Henning / Kreisel). Da die Dosis das Gift macht und Todesfälle selten sind, gab es natürlich Menschen, die den Pilz trotzdem nutzen: die Bewohner Sibiriens (Tungusen, Tschuktschen, Ostjaken usw.)z. B. hatten ihn für sich entdeckt. Die Pilze werden getrocknet, in kleinen Döschen mitgeführt und hin und wieder bei Bedarf ein Stücklein in den Mund genommen. (Quelle: Phantastica / Lewin). Auch soll er in Wodka eingelegt werden und dann auch gewisse Zustände hervorrufen. Weiter will ich hier gar nicht ins Detail gehen. Einfach stehen lassen und sich an seiner Schönheit erfreuen. 


Manche Pilze bringen das Holz auf dem sie wachsen zum Leuchten.  Gesehen habe ich es noch nicht, da ich aber gestern auch Hallimasch gefunden habe, deren Myzel leuchten soll, werde ich da mal schauen gehen. Kein Wunder, dass es heisst, nachts im Walde schauen einen 1000 Augen an - vielleicht sind es gar keine Augen sondern Pilze. Eine Anleitung wie man auch Leuchtpilze züchten kann gibt es hier. Außerdem kann man die Brut hier auch bestellen, dass wird dann das Experiment für das nächste Jahr. 




Kräppelchen - Quarkbällchen - Quarkspitzen

Quarkspitzen - eigentlich ein Fassnachtsgebäck aus der Oberlausitz, aber so lecker, dass man sie eigentlich immer essen kann, wenn es nicht so auf die Hüften ginge. Aber egal, die Teile gibt es jetzt wieder als Quarkbällchen beim örtlichen Bäcker, immer im Herbst, pro Teil verlangt er 0,50€. Grund genug, wieder einmal selber welche zu fabrizieren. Ausgebacken wird in heißem Öl.


Ich habe dafür eine Minifriteuse, so was hier z. B. bei Amaz.. . Das kleine Ding tut es, man braucht nicht so viel Öl, es werden zwar nur 4 - 5 auf einmal gebacken, es geht auch langsamer, dafür hält es konstant die Temperatur, nix brennt an. 

Rezept: 
65 g Butter auslassen. 
160 g Rohrzucker mit 2 Vanillezucker und 1 Priese Salz vermischen, Saft und abgeriebene Schale einer Zitrone dazu geben. 
4 Eier flott unterrühren, dann die etwas abgekühlte Butter dazu. 
500 g Quark unterschlagen.
300g Dinkelmehl abwiegen, darauf 1/2 Backpulver sieben, nun das Mehl mit in die Schüssel geben und zu einen halbfesten Teig vermischen. Wenn der Teig noch zu flüssig ist etwas Mehl zugeben und auch ein bisschen stehen lassen. 

In der Zwischenzeit die Friteuse mit Öl füllen, es heiß werden lassen (180 Grad). Nun mit zwei Esslöffeln kleine Bällchen formen und in das heiße Öl gleiten lassen. Nach einer Weile kommen die Teile hoch, ab und an mit einem Holzspieß wenden.

Auf jeder Seite sollen sie ungefähr 3-5 Minuten gebacken werden. Am besten zu erst ein Probestück backen und öffnen, um zu kontrollieren, ob es durch ist. Wenn die gewünschte Bräune erreicht ist , heraus nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Mit Puderucker bestäuben und anrichten. Man kann die Bällchen auch einem Zucker-Zimt-Gemisch wenden. Der Teig reicht für ca. 40 Stück.


Donnerstag, Oktober 04, 2012

"Das sicherste Mittel gegen die Fallen des Bösen

ist die Fröhlichkeit des Herzens" sagte einst Franz von Assissi. Na, da bin ich aber froh, dass ich nun endlich von Herzen froh und von einer Last befreit bin, die durch die Maske des ehrbar´ Guten zu mir kam und mich zu erdrücken versuchte. Wenn es nur immer so offensichtlich sein würde, kein Grau, kein Gemisch, nur gnadenlose Ehrlichkeit. Das wär´ doch das Mindeste, was man erwarten könnte. Statt dessen Ausflüchte, Andeutungen, Halbwahrheiten. Zu Kotzen finde ich das. Ist es denn so verflucht schwer jemanden ist Gesicht zu sagen, was man fühlt? Man muß ja nicht sagen, dass der Andere ein Armleuchter ist. Es würde doch schon ein Klares "Ich komm nicht mit Deiner Art klar" ausreichen. Statt dessen dümpelt man vor sich hin, erträgt es. Ich will das aber nicht, mach nicht mit. Und nun? Nun ist es so wie immer, wenn man Intoleranz, bewusster Provokation, Dummheit und Ignoranz, gepaart mit verkorksten Ansichten, begegnet. Man greift sich an die Rübe - Himmel hilf, denkt man, und erwartet keine wirkliche Hilfe. Nun, Brüder und Schwestern im Geiste: Umart Euern Lieblingsbaum, freut Euch und frohlocket. Wir sind genau richtig so wie wir sind. Und wir bleiben ganz gewiss nicht so, wir entwickeln uns weiter, sagen was wir denken, denn nicht nur die Gedanken sind frei. Wir tragen Früchte, manche beschmeißen wir damit, wie der Kastanienbaum, der mir heute so freigiebig seine Früchte schenkte, der Wind half ihm dabei und schüttelte eine ganze Menge herunter, von denen einige an meinen Schädel flogen. Und weil er mich so schön beworfen hat, habe ich einen ganzen Beutel seiner Früchte nach Hause getragen und werde einen Auszug daraus machen. Noch immer ist Erntezeit, aber das Ende rückt näher, Laub fällt. Bald geht die Natur zur Ruhe, ich mit ihr, nur ein wenig, es ist wieder Zeit für kleine Experimente. Seife sieden z. B., gestern habe ich Ziegenmilchseife gesiedet, nun heißt es warten, auch die Seife muss reifen, wie alles was wirklich gut werden soll. Und gut kann es nur werden, wenn die Zutaten stimmen, keine Falsche darf dabei sein, kein Alternative. Augen auf, sag ich nur, die Vorzeichen stehen so oft auf Sturm, es ist nicht der Glaube an das Gute in jedem Menschen, der aus dem Sturm eine laue Briese macht, sondern die eigene Fähigkeit zum Vergeben, und der Wind der Worte lieber Freunde, die den Weg freiblasen und das, was wirklich wichtig ist, erkennen helfen. Danke I. W.  Danke R. C. 


Mittwoch, Oktober 03, 2012

Ziegenmilchseife


Da wär das Zicklein. 

Diesmal enthalten: Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, 
Kokosnussöl, Erdnußöl, Distelöl, Maiskeimöl, Rizinusöl
Jojobaöl.

Ziegenmilch für die Lauge, Lavendelblüten und Zitronenschalen. 

Dienstag, Oktober 02, 2012

Blasentang - Cellulites - Umschlag?


Endlich habe ich ihn in natura gesehen, den Blasentang, sein lateinischer Name: Fucus vesiculosus. Ich hoffe, dass bleibt noch lange so, angesichts der sich ständig wiederholenden Umweltkatastrophen. Der Tang wächst in an den Küste, wo das Wasser nicht so tief ist. Eine lange Tradition als Heilpflanze hat er , sogar Plinius kannte und schätzte ihn, er nannte ihn der Blätter wegen "Meereiche". Wegen seines hohen Gehaltes an Jod wurde er zur Bekämpfung des Jodmangels eingesetzt, vornehmlich bei Schilddrüsenunterfunktion. Er wirkt außerdem abführend, blutreinigend und stimulierend. Wer nun an der Küste wohnt, hat in ihm einen Verbündeten bei "Problemen" mit Orangenhaut. Hier soll ein Breiumschlag aus Tang helfen:

Zuerst sammle an einer sauberen Stelle, also nicht gerade in der Nähe einer Flussmündung, eines Hafens oder eines Badestrandes Blasentang sammeln und sorgfältig trockenen. Nun ungefähr eine Hand voll in Wasser weich kochen und so heiß (Vorsicht bitte sich dabei nicht verbrennen) auflegen. Man kann ruhig 2 EL Meersalz mit in das Wasser geben. Das Ganze soll man nun 2mal täglich ausführen. 

Nun die leichtere Variante: nimm frisch geernteten Tang, hacke ihn ordentlich klein, so dass man eine Paste hat, der kann man etwas Weizenkleie zusetzen. Dann das Bein damit einschmieren und mit Klarsichtfolie umwickeln. Fertig ist die Beinpackung. Einige Minuten einwirken lassen und mit lauwarmen Wasser abwaschen. 

Ob das nun hilft, kann ich nicht sagen. Ich habe mir ein kleines Stück vom Meer mitgenommen, es ist krachtrocken und riecht komisch fischig-pippimäßig. Angeblich soll es ja gegen geistige Umnachtung helfen, wenn man das trockene Zeug mit sich herum schleppt, auch soll es die mentalen Fähigkeiten stärken. Helfen sollen die Umschläge auch gegen Gelenkbeschwerden bzw. als Bad in das man den Aufguss schüttet. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass man aus dem Tang eine Art Salz machen kann. Dazu erntet man die Pflanze und lässt sie in der Sonne auf einer dunklen Folie trocknen. Dann wird er fein zermahlen und kann wie Salz verwendet werden. Und wenn du schon mal dabei bis, so kannst du auch dein Meersalzbadesalz mit etwas Tangpulver vermischen. 

Montag, Oktober 01, 2012

Falsches Schmalz - alternativer Brotaufstrich.

  

Jetzt endlich habe ich mich aufraffen können, das "Falsches-Schmalz-Rezept" aus einem Kriegskochbuch zu testen. Oma selbst sagte immer es schmecke nach Schweineschmalz, dass konnte ich mir ganz und gar nicht vorstellen. Also: Ran an den Topf. Natürlich konnte ich mich mit der Weizenmehlvariante nicht anfreunden, Dinkelmehl war gerade der Biskuitrolle vom Wochenende zu Opfer gefallen, Alternative: Dinkelvollkorngrieß. 


Falsches Schmalz

1/2 Zwiebel fein gehackt mit 1/4 L Wasser, etwas Rapsöl und 2 El Dinkelvollkorngrieß unterrühren, aufkochen, solange weiterkochen, bis das Ganze langsam dicker wird. 

Habe dann mit dem Zauberstab alles fein zerhackt. 
Abgeschmeckt wird mit Meersalz und Pfeffer. 



Falsches Schmalz mit Kräutern - Landeruns Version

1/2 Zwiebel wird fein gehackt, mit etwas selbst fabriziertem Geeh angebrutzelt, dazu einige Ringe von einer Frühlingszwiebel und 2  1/2 El Dinkelvollkorngrieß einrühren, 1/4 Tl Kräuter der Toskana (Basilikum, Rosmarin, Oregano, Tymian, Majoran, Salbei) zugeben.
Jetzt mit 1/4 Wasser aufgießen, dick werden lassen und mit dem Zauberstab durch gehen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer. 

Geschmackstest: 

Es sieht aus wie Schmalz, sogar die seidige Textur und den Schmelz hat es - oh Wunder, das haut mich echt um. Die Bezeichnung falsches Schmalz sollte, so finde ich nach dem Kosten, abgeändert werden.  Es sollte einen Namen bekommen, der verrät, mit was wir es hier wirklich zu tun haben: mit einem sehr delikaten Brotaufstrich. Das erste schmeckt tatsächlich etwas wie Schweineschmalz, nicht so "penetrant" nach Schwein, sondern feiner, milder, aber auch nicht nach Zwiebel. Irgendwie stimmt hier wohl die Mischung der Zutaten. Und das Zweite ist sehr lecker, krautig, deftig. Ich kann nur sagen, probiert es selber aus auf dunklem Brot mit einer sauren Gurke, es kostet ein paar Cent, ist schnell gemacht. Im Kühli hält es sich bestimmt einige Tage. Ich nehme mal an, morgen ist es noch besser, wenn es durchgezogen ist. Na dann, guten Hunger.