Die heilende Seele der Pflanzen - Stephen Harrod Buhner. Buchbesprechung

Diesem Buch habe ich so viel Zeit geschenkt zum Lesen und noch mehr zum Nachdenken, denn es hat mir Weißheiten offenbart, von denen ich bisher keine bewusste Vorstellung hatte, es hat vagen Ahnungen Ausdruck und Bestätigung verliehen. Es hat Fakten und Wissen vermittelt: auf eindrucksvolle Weise beschrieben, wie Pflanzen keimen, wachsen, welcher Mechanismen sie sich bedienen, wie sie sich gegenseitig Halt und Stärke geben, sich schützen. Vorab aber läutet es die Sturmglocke der unbequemen Wahrheiten, die so unglaublich abgedroschen und allgegenwärtig sind, dass sie aus den meisten Köpfen nur allzu leicht verbannt werden, man will ja schließlich seine Ruhe haben. Dabei sind sie allgegenwärtig unsere selbst verursachten Probleme, die wie eine gewaltige Welle über uns zusammenschlagen und uns auslöschen werden: Umweltverschmutzung (wobei dieses Wort nicht ansatzweise ausdrücken kann wie gewaltig unser Dilemma ist), virale wie bakterielle Resistenzen, Entfremdung und Abkehr statt leben, lieben, danken und bitten, Hilfe annehmen. Herr Buhner nennt alles offen ungeschönt beim Namen, erklärt warum wir uns noch Jahrzehnte mit der Bürde der nicht enden wollenden mutwilligen Verdreckung und Vergiftung herumschlagen werden. Bequem ist das Buch in seinen ersten Teilen nicht zu lesen, nein, es ist keine leichte Kost, doch tröstend durchsetzt mit persönlichen Erfahrungen des Autors, die in seiner unnachahmlichen Art geschrieben, ein Lächeln auf den Lippen zaubern. Es ist existenziell um jene Missstände zu wissen, sie genau so erklären zu können wie Herr Buhner das tut. Wir müssen unseren Mitmenschen die Augen dafür öffnen, denn den Kopf in den Sand zu stecken bringt uns nicht weiter, höchstens den Rest des Körpers auch noch hinein, sodass die Erde in ihrer Weisheit gnädig transformiert was nicht mit ihr sein wollte. Wenn ich mir einen Großvater hätte wünschen dürfen, dann einen, der mit dem Wissen, der Fähigkeit sich hinein zu fühlen und dem kombinierenden Verstehen des Stephen Harrod Buhner ausgestattet gewesen wäre. Da ich meinen nicht kennengelernt habe, darf ich sicherlich so denken, er wird es mir hoffentlich nicht krummnehmen, mir und meiner Sehnsucht nach dem allumfassenden WIR. Diesem WIR das alles einschließt was lebt und atmet, eins so wichtig wie das Andere. Tief in uns drin ruft etwas, das zu unterdrücken anerzogen wird, dass wir bestenfalls ein wenig rauslassen, wenn wir zur Entspannung durch Wald und Wiesen rennen oder gleich mit dem Fahrrad durchfahren, quer über die Wurzeln uralter Bäume, sehend und doch blind. Warum ist das so? Weil wir gelernt haben wegzuhören, damit wir das Schreien der Geschundenen nicht wahrnehmen müssen. Damit weiter von einem Extrem zum anderen gehetzt werden, sich es womöglich noch als normal bewertet (gern) weil bequem gefallen lassen, es gibt ja doch kein zurück. Wir leben eben so.


Stephen Harrod Buhner / Quelle HerbaPress Verlag
Oh ich werde so wütend, wenn ich darüber nachdenke wie wir sind, zu sein gezwungen werden. Wie dumm und borniert auf dem herum getreten wird was uns zum Heil und Segen wächst. Wie wir Ratschlag um Ratschlag hochnäsig den Rücken kehren. Es gibt ein feines Sprichwort, vielzitiert von meiner Oma, einer fühlenden Frau: Die Hand die dich füttert die beißt man nicht. Wann hört der Mensch auf zu zwicken, wann hört er wieder, wann fühlt er? Reicht mir die Hand und geht mit mir. Hinaus. Wagt es wieder zu fühlen, lernt erneut zu(zu)hören. Vom inneren Kind spricht Stephen Harrod Buhner, wie wir wieder lernen was verlernt und verstehen was vergessen wurde. Leise wispert es, manch einem sprichwörtlich, gewaltig, mach einem fühlend, durchdringend, vielleicht nicht fasslich, durch-strömend. Letztendlich finden wir eine in uns ruhende Gesetzmäßigkeit, die verstanden und akzeptiert unserer Seele Ruhe und Frieden, dem Körper Gesundheit schenken wird. Jene die nicht hören können, die dürfen bitte die Möglichkeit des gegenseitigen Verstehens wenigstens in Betracht ziehen, dann wäre schon so viel gewonnen. Es gibt die gemeinsame Sprache der floralen Erdbewohner. Bedienen wir uns ihrer mit Herrn Buhners Hilfe.


HerbaPress Verlag über den Autor

Stephen Harrod Buhner ist einer der weltweit führenden Experten für angewandte Pflanzenmedizin, Naturpoet und Bestsellerautor. Für ihn sind Pflanzen die primäre Medizin für alle Lebewesen auf der Erde, schon seit Millionen von Jahren. Seine umfangreichen Standardwerke „Pflanzliche Antibiotika“ und „Pflanzliche Virenkiller“ sind ebenfalls bei Herba Press erschienen und gehören mit zum Besten, was derzeit zu diesem Thema verfügbar ist. Buhner schreibt mit viel Herz und erfrischendem Humor.

Stephen Harrod Buhner lebt und arbeitet in New Mexico. Abseits von der Hektik der Großstädte hat er sich ein kleines, grünes Refugium geschaffen, umgeben von wilder Natur unweit der Bear Mountains.

Details zum Buch

Hardcover, 23 x 15,5 cm, 384 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN 978-3-946245-03-2
29,90 € (inkl. Mwst.)

Magazine für UNS: Das Lavendelo: Natürliches. Selber. Machen




Noch ein schönes, liebevoll gestaltetes Magazin, das ebenfalls aus der Not eine Tugend machte. Das Lavendelschaf ging in den Ruhestand Das Lavendelo erschien am Lesehimmel. 
Quelle: http://www.lavendelo.de
Shoplink
http://www.lavendelo.de/shop/

Es hat eine Menge zu bieten: je Ausgabe 4 hübsche Kräutersammelkarten (bis 24), eine Faserprobe und diesmal ein Schnittmuster für einen Rock, natürlich incl. Anleitung wie er zu fertigen ist. Die Geschichte hinter der Idee wieder - ausschließlich? Rock zu tragen, dem Kleidungsstück für die holde Damenwelt - ist erdrückend wahr: Hosen verschließen uns, die wir naturgemäß der großen Mutter zugewandt sind, kreuzweise. 


Diese und viele weitere interessante Geschichten, Wissen und Anleitungen rund um Natrufasern, Selbstmachanleitungen, Rezepte, Lebensweisheit, Brauchtum, Kräuterwissen, Gesundheit und Garten finden sich da. 

Das Team ist etwas größer beim Lavendelo, auch hier sind es die Autorinnen und Autoren, die den Grundstein bilden, Feinschliff, Lektorat und Satz besorgt das 4er-Kleeblatt um das Lavendelo-Magazin. 


Preis: 

  • Jahres- bzw. Geschenkabo 32,80 plus Versand 
  • Einzelheft derzeit: 8,20 plus Versand
Fair, wie ich finde und mitmachen kann wer zum Geist des Heftes, dass sich übrigens abheften lässt, beitragen möchte. Landeruns Hütte ist dabei, bedankt sich dafür und wünscht noch eine gute Zeit mit vielen interessanten Lavendelo-
-Magazinen.







Magazine für Uns - Die HOLUNDERELFE.

Es gibt einige Magazin, die sind so zauberhaft natürlich, das sie unbedingt noch viele Leser finden 
sollten. Gerade in so unruhigen Zeiten, in denen man den Wahnsinn mit dem Frühstücksei serviert bekommt, braucht die Seele etwas Ruhe, etwas schönes Bodenständiges, etwas zum Träumen, zum Kerativsein, zum Staunen. Heute für Euch: die
Holunderelfe

Dieses Magazin ging aus dem Projekt Lavendelschaf hervor, dass lange Jahre eine treue Anhängerschaft hatte und hat. Es war Erdmutes Buchkind, dass genau wie die Holunderelfe vom Mitmachen lebt(e). So sind die Autorinnen quer Beet und Kraut gewürfelt, jede schreibt auf ihre Weise,  jede kann etwas anderes und zeigt es uns. Landeruns Hütte hatte die Ehre der Vorstellung, daher zum Energieausgleich die Holunderelfe zu Besuch in der Hütte. 


Die Holunderelfe sagt über sich selbst: 


"... ist eine Zeitschrift mit Herz & Seele, die vier Mal im Jahr passend zu den Jahreszeiten erscheint. Sie ist gedacht für Waldfeen, Textilkünstlerinnen und Kräuterweiber. Für Menschen, die es lieben, mit ihren Händen aus natürlichen Materialien einfach Schönes, Wundervolles und Heilsames erschaffen. Für Macherinnen. Für Selbermacherinnen. Für Dich! Sei dabei, tausche Dich aus, lerne Neues kennen oder betrachte Dinge einmal aus einer ganz anderen Perspektive."


Preislich ist das Angebot fair: 



  • Abo / Geschenkabo: vier Ausgaben pro Jahr für 28,00 EUR (zzgl. Versand).
  • Einzelheft (ab Sommerausgabe 2017): 7 EUR (zzgl. 1,55 EUR Versand)
Kristin, das ist die Mama der Holunderelfe, betreibt auch einen Blog und ist die Herausgeberin. Die Magazine werden von mal zu mal besser, sie sind mit viel Liebe und Herzblut erstellt. Weiterhin viel Erfolg und eine treue Leserschaft wünscht Landeruns Hütte!
AUSGABE 3 – Sommer – Oberthema: Berge & Meer (erschienen im Juli 2017)
Cover Sommerelfe  c Inhalt Sommer

AUSGABE 2 – Frühjahr – Oberthema: Aufblühen (erschienen im März 2017)
z-Titel A2 z-Inhalt A2

AUSGABE 1 – Winter – Oberthema: Heimatliches (erschienen im Dez. 2016)

WEB_Holunderelfe_Titel A1_2016-2017  Holunderelfe_Inhalt A1_2016-2017

Aus der Vegetabilien-Großhandlung - Heilkräuter, Wurzeln u. Blüten. Anleitung zum Sammeln und behandeln derselben

Unlängst
fiel mir eine Zeitschrift in die Hände, vielmehr ein kleines Heftchen, welches mir wieder 
einmal auf erschreckende Art und Weise deutlich machte, wie sehr sich unsere Welt und der Bezug zu Heimat und Boden und den darauf wachsenden Pflanzen verändert hat. Es ist ein kleines Heft welches wohl irgendwann im dreißiger Jahren gedruckt wurde, welches Sammlern Anleitung gibt welche Pflanzen zu sammeln sind, wie sie behandelt werden müssen und wie sich der Aufkauf gestaltet. Um zu verdeutlichen wie dies damals gehandhabt wurde, sei das Vorwort aus besagtem Heft zitiert. 

"Heilkräuter, Wurzeln u. Blüten.
Anleitung zum Sammeln und behandeln derselben 

Vorwort


Wie viele Familien sich mit sammeln von Blüten, Kräutern und Wurzeln in den Monaten März bis Oktober ihr tägliches Brot verdienen, ahnen wohl die wenigsten. Natürlich gehören dazu Freude an der Natur, Fleiß und einige Erfahrung, welche sich jeder einzelne Sammler, der diese Zeilen mit Interesse verfolgt, bald liegst aneignet. Vielfach ist auch in manchen Gegenden die Landwirtschaft dazu übergegangen, sich mit dem Anbau verschiedene Heilpflanzen zu befassen und zwar mit bestem Erfolg. Doch davon soll hier nicht die Rede sein, sondern in der Hauptsache das Sammeln und Behandeln wildwachsender Kräuter usw., welches sich aufgrund gesammelter Erfahrung zu meinen und meiner Sammler Nutzen und Frommen hier niederschreibe.

Gleichzeitig wird in kurzen Worten erwähnt, wovon fast jeder Leser einmal im Leben vielleicht Gebrauch zu machen gezwungen ist, die Verwendbarkeit als Hausmittel der einzelnen Heilpflanzen, den jedes Kräutlein in der Natur hat seine Bestimmung.
Sammler, welche noch nicht bewandert sind, wählen am besten jene Sorten, welchen ihre Gegend am häufigsten vorkommen, denn in der Wahl des Artikels liegt selbstverständlich auch der Erfolg, denn es wäre logischerweise zwecklos, in einer Gegend, in der beispielsweise die Kamille prächtig gedeiht, sich mit sammeln von Kultur zu befassen, welche vielleicht nur in einzelnen Exemplaren zu finden sind.
Grundbedingung für jeden Sammler ist und bleibt immer, nur bei trockener Witterung zu sammeln, bei nasser oder Tauwetter gesammelte Blüten und Kräuter werden schwarz, finden keine Verwendung und können deshalb auch nicht aufgekauft werden als Trockenraum eignet sich am besten der Dachboden, auf welchen durch spannend von dünnen Rupfen eine zweckentsprechende Trockenanlage eingerichtet werden kann. An der Sonne zu trocken ist nicht immer ratsam, da hauptsächlich Blüten durch übermäßige Hitze an Qualität, Farbe und Gewicht verlieren. Beim Trocknen von Wurzeln dagegen braucht man keine Rücksicht auf die Sonne zu nehmen; vielmehr sind solche, wenn Regenwetter eintritt, durch Ofenwärme schnellstens fertig zu trocknen.

Auch Blüten und Blätter sind, wenn schlechte Witterung eintritt, nicht auf den Dachboden zu belassen, sondern müssen ebenfalls durch künstliche Wärme schleunigst fertig getrocknet werden nur Sammelgut, dass die lebhafte Naturfarbe auch nach dem Trocknen beibehält, ist vollwertig. Auch muss ich darauf hinweisen, gesammelte Kräuter mindestens im Monat Oktober abzusenden, da dieselben durch längeres Lagern an Farbe und dadurch an Qualität und Wert verlieren. Der Versand erfolgt am einfachsten durch die Post in leeren Kartons. Große Sendungen gehen am besten als Frachtgut frei ab dort. Eilt gut-und Expresssendungen verursachen unnütze Spesen und wolle man davon absehen. Werden verschiedene Sorten gesandt, so bitte ich oben auf einer Aufstellung beizufügen mit Angabe der Art, Menge und Inhalt des Paketes. Ebenfalls ihre genaue Anschrift nicht vergessen, damit bei Überweisung des Geldes Irrtümer vermieden werden.

Der Sammler bzw. Aufkäufer, der sein Sammelgut an meine Firma sendet, hat sich nur an die Anleitung vorliegende Broschüre zu halten. Sobald ihre Lieferung 20 Reichsmark erreicht haben, erhalten sie den ausgelegten Betrag für vorliegende Broschüre zurückvergütet."

Soweit nun das Vorwort. Sehr deutlich wird hier der Umgang mit selbst gesammelten Heilkräutern. Vor einigen Jahrzehnten war es unabdingbar einen gewissen Hausvorrat an bestimmten Vegetabilien vorrätig zu halten um im Falle einer Erkrankung sich selbst helfen zu können. Den Menschen fern war die uns heute an trainierte Scheu vor allem was natürlich gewachsen ist, eine regelrechte Panikmache und Hetze ist im Gange, gleichwohl sich aber hartnäckig Personengruppen behaupten, die der Natur bei der Heilung den Vortritt lassen. Wenn wir nun selbst mal schauen möchten welcher von den Heilpflanzen die damals gesammelt wurden uns bekannt sind und namentlich benannt werden können, ja wenn wir auch noch wissen zu welchem Zweck sie eingesetzt werden dann haben wir uns glücklich viel von dem alten Wissen unserer Ahnen bewahrt.

An Blüten wurde gesammelt:

  • Arnika oder Johannesblume (Arnika Montana)
  • Gänseblümchen, im Volksmund auch Maßliebchen genannt (Bellis Perennis)
  • Holunderblüten (Floris Sambucus niger)
  • Kamille (Matricaria Chamomilla)
  • Katzenpfötchen (Gnaphalium dioicum)
  • Kornblumen (Centaurea cyvanus)
  • Mohnblume (Papaver Rhoeas)
  • Lindenblüten (Flores Tilia Cordata)
  • Maiblümchen / Maiglöckchen (Cenvallaria majalis)
  • Märzenblümchen - uns heute besser bekannt als Huflattich(Tussilago Farfara)
  • Nesselblüte (Lamiuma album) Weiße Taubnessel
  • Pfingstrose (Paeonia officinalis)
  • Rittersporn (Delphinium consolida)
  • Ringelblume(calendula officinalis)
  • Reinfarn (Tanacetum vulgare)
  • Schlehenblüte (Flores acaciae)
  • Schlüsselblume (Primula officinalis) - hier hat der Sammler zwischen Wald- und Wiesenschlüsselblumen zu unterscheiden 😊
  • Wundklee (Anthyllis vulneraria)

       Kräuter:

  • Arika (Arika Montana)
  • Augentrost (Euphrasia officinalis)
  • Beifuß (Artemisa vulgaris)
  • Betonie (Betonia officinalis)
  • Bitterklee (Meyanthes trifoliata)
  • Brennnessel (Urtica Urens)
  • Brombeere und Himbeere (Fructus Fruticosus -  Rubus idaeus)
  • Bruchkraut (Herniaria glabra)
  • Ehrenpreis (Veronica chamaedris)
  • Erdbeere (Fragaria vesca)
  • Erdrauch (Fumaria officinalis)
  • Frauenmantel (Alchemilla vulgaris Sinnau)
  • Grabkraut oder Schafgarbe (Alchemilla millefolium) o
  • Gundelrebenkraut (Glechoma hederacea)
  • Hirtentäschel (Capsella bursa pastoris)
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Mauerraute (Asplenium Beta munaria)
  • Pfefferminze (Mentha piperita) o
  • Sanikel (Sanicula europaea)
  • Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Stiefmütterchen (Viola tricolor)
  • Tausendgüldenkraut (Erythraea centaurium)
  • Tollkirsche (Atropa belladonna)
  • Veilchen (Viola odorata)
  • Waldmeister (Asperula odorata)
  • Wegerich (Plantago lanceolata) – auch hier die Unterscheidung zwischen Spitz-  und Breitwegereich
  • Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Wermut (Artemisia absynthium)

 Die Liste der gesammelten Wurzeln:

  • Attichwurzel (Sambucus ebulus)  
  • Baldrianwurzel (Valeriana officinalis)
  • Blutwurz auch Tormentillwurzel (Potentilla tomentilla)
  • Brennesselwurzel (Urtica urens)
  • Eberwurz (Carlina acaulis)
  • Haselwurz (Asarum europaeum)
  • Hauhechelwurzel (Oononis spinosa)
  • Kalmuswurzel (Acorus Calamus)
  • Klettenwurzel (Arctium Lappa)

Verschiedenes:

  • Eichel
  • Faulbaumrinde (Rhamnus frangula)
  • Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Herbstzeitlose (Colchium autumnale)
  • Hiften (Fructus cynosbati)
  • Judenkirsche (Physalis alkekengi)
  • Mutterkorn (Claviceps purpurea)
  • Isländische Flechte (Cetraria Islandica)
  • Spitzmorchel (Morchella conica) 

Wie man aus obenstehenden Liste ersehen kann, ist es recht schwierig einigen Arten habhaft zu werden. Das Sammeln der Schlehenblüten z.B. ist sehr mühsam. Auch dürfte es heutzutage recht schwierig werden bestimmte Sorten zu finden, viele davon wachsen nur noch spärlich und sind unter strengen Schutz gestellt oder zumindest geschützt. Diesem Umstand wollen wir natürlich unbedingt Rechnung tragen und sammeln diese Sorten nicht. Die Wegwarte oder die Mohnblumen wuchsen früher inmitten der wogenden gelben Kornfelder, sie und noch einige andere so genannten Unkräuter, die man heute größtenteils mit Vernichtungsmitteln aus der Vegetation verdrängt hat. Andere Pflanzen, wie zum Beispiel das Mutterkorn oder die Herbstzeitlose sind stark giftig, hier erschreckt mich die etwas lapidare Beschreibung des Heftes, das sich in der allgemeinen Beschreibung der Sammelgüter recht allgemein gehalten hat, doch sehr. Bei der Tollkirsche heißt es zum Beispiel: 

ist eine unserer gefährlichsten Gift pflanzen. Mit ihren verlockenden, glänzend schwarzen Bären hat sich schon manches Beeren suchende Kind vergiftet. Sie ist aber trotzdem eine wichtige Heilpflanze, für den Augenarzt unersetzlich. Die Blätter und Wurzeln, welche ebenfalls giftig sind, werden gesammelt und gut getrocknet. Auf keinen Fall dürfen Teile der Tollkirsche als Hausmittel Verwendung finden.“

Das ist alles was über diese Pflanze zu lesen ist. Über die Sanikel kann man lesen: 

wird bis zu 60 cm hoch mit kahlen blätterlosen Stängel. Ihre Blüten sind rötlich, blüht Mai bis Juni, Aufenthaltsort einzeln in Laubwäldern. Das Kraut findet Verwendung bei Schnupfen, wird auch fortwährend gesammelt. Und zum Wundklee heißt es: „blüht von Mai bis August auf trockenen Wiesen, reinen und Hügeln. Die schöne, rötlich gelbe und weiße Blüte wird ohne Stängel gesammelt und getrocknet. Das Kraut mit Blüte findet, wenn dasselbe zerquetscht wird, zum heilen von Wunden Verwendung.“

Bilder zu den Pflanzen gibt es in diesem Heftchen keine, es setzt unbedingt voraus das man sich mit den Pflanzen auskennt, sie auch sicher bestimmen konnte. Meine Großmutter hat mir seinerzeit noch die verschiedenen Heilpflanzen erklärt, mich im Sammeln, Aufbewahren und selbst verständlich auch in der Anwendung eingewiesen. Heutzutage wird das sicherlich nicht mehr so praktiziert, dennoch kenne ich viele Familien, in denen das Wissen der Großeltern auf die Enkel in der Praxis übertragen wird. Darüber hinaus kann man bei erwachendem Interesse natürlich das Internet bemühen, Kräuterkurse besuchen, eine entsprechende berufliche Laufbahn einschlagen usw. um sich in diese Richtung zu bilden. Dann ist die Blume am Wege nicht mehr nur eine unter vielen, sondern eine, die man benennen kann, die man kennt und schätzt. Dies gehört zur ureigenen Lebensart der Menschen das Gebiet besiedeln, das Weitergeben von Wissen darüber ist ein Stück Tradition, welche im Begriff ist verloren zu gehen. Die Frage ist wie viele Pflanzen unserer Heimat können wir selbst noch sicher bestimmen und aus wie vielen tatsächlich Nutzen ziehen? Einige der Pflanzen aus der Liste sind schon mit einem Link unterlegt, damit man nachlesen kann, was Oma und Opa noch wußten. Dies dient der Dokumentation und zum eigenen Verständnis für das was uns umgibt und bald wieder in der Erde Schoß ruht um im nächsten Jahr erneut zu sprossen. Wer weiß, vielleicht kann der Spaziergänger ja dann bald einige mit Namen ansprechen 😊.

Alles Gute
Landerun




Lasst alles so :-(


Lasst alles so :-(

Viel zu verlieren haben Frau und Mann,
so tut ein jeder was er kann,
Für den Erhalt was lieb und teuer,
Um zu füllen Wanst und Scheuer.
Frönt für den Vertrieb der Zeit
Meinstreamdumfug lag und breit.
Wird mit Vorsatz klein gemacht,
Belogen, dass der Balken kracht,
Gewogen dann in trugvoll Ruh,
Schließt Herz, Verstand und Ohren zu.
Läßt bluten sie an Leib und Seele,
Belauerts Pack das es nicht fehle,
Nicht abweicht von der Standardnorm,
Duldend nur die gängig Form.
Jedem, der sich dagegen wehrt,
Der laut spricht: Das ist verkehrt!
Der wird verraten und verkannt,
Denn so lebt Staat und Denunziant.




Probiotische Drinks selber machen :-)


Der gekürzte und leicht veränderte Artikel erschien in dem Magazin „Kochen & Küche 6 · 2017“, Stockerverlag / Österreich.) 


In aller Munde sind endlich wieder die als gesund eingestuften Lebensmittel. Ihr Kommen und Gehen ist der Mode unterworfen. Mal ist es Mode alles selbst zu machen, dann wieder wird gegen den eben noch entfesselten und hochgelobten Eifer der Damen und Herren zu Felde gezogen, urplötzlich ist es nicht zeitgemäß diese Dinge selbst herzustellen. Es gibt ja alles zu kaufen. Ob nun die Qualität bei Ersparnis der Quantität gerecht wird bleibt bei allen Betrachtung und Versuchen der Lenkung der Konsumenten außen vor, mehr noch: die soeben angepriesenen Wohltaten auf Geist und Körper werden kleingeredet, man habe neue Erkenntnisse. Als Quintessenz bleibt aber bei aller regelmäßiger Narretei festzuhalten: Das ursprüngliche, natürliche Lebensmittel, das so wenig wie möglich bearbeitet wurde, trägt den Bedürfnissen des Menschen absolute Rechnung. Die Wenigsten jedoch wissen noch um die Geheimnisse aus Küche und Keller, umso erfreulicher das die Graswurzelbewegung der vergangenen Jahre wieder oben angekommen ist. Selber machen ist wieder in, Bücher zu dem Thema schießen wie Pilze aus dem Boden, vorzuziehen sind die, die mit erstaunlich wenigen Zutaten auskommen. Und genau die, die altbewährten Rezepturen in unsere modernen Küchen transportieren, bescheren ungeahnte Gaumenfreuden.
Einige dieser ganz Alten sind z. Jun, Kombucha, Kefir oder Rejluvac mit tausendfach erprobter, dokumentierter Wirksamkeit. Es handelt sich hierbei um Getränke, die mittels Vergärung (Fermentation) aufgewertet, veredelt, ja vollendet werden. Ihnen allen ist die Besiedelung mit lebenden Mikroorganismen, die Probiotika genannt werden, gemeinsam. Diese leben natürlicherweise in unserem Darm, der, wenn er gesund ist, die Grundfeste der Gesundheit des Menschen bildet. Man kennt um die 500 uns besiedelnde Bakterienstämme, sie bilden die Darmflora, die zusammen genommen ein stattliches Gewicht von fast 1,5 kg auf die Waage bringen würden. Gerät nun das Siedlungsgebiet Darm in Schieflage, vermehren sich die dort ebenfalls ansässigen schädlichen Mikroorganismen (im Idealfall max. 15 % v. H.) mehr als es dem so wichtigen Gleichklang zuträglich ist. Damit sinkt die Abwehrkraft, der Mensch erkrankt. Ein kranker Organismus ist weniger bis gar nicht leistungsfähig, matt und niedergeschlagen. Klinische Studien belegen, was unsere klugen Vorfahren schon lang erspürt haben: eine deutliche Verbesserung des Allgemeinbefindens und eine gesteigerte Widerstandskraft. Erkrankungen wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien, Hauterkrankungen, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom oder Asthma werden nachhaltig günstig beeinflusst. Ebenso fangen Probiotika die übermäßige Reproduktion pathogener Keime, befeuert durch Konsumierung minderwertiger industriell hergestellter, antibiotikabelasteter Nahrungsmittel, ab. Auch den gefürchteten Candida Albicans mit all seinen unangenehmen Begleiterscheinungen verweist eine starke Abwehr in seine natürlichen Schranken, hindert ihn daran, womöglich den gesamten Körper zu befallen.

Festzuhalten bleibt also: ist der Darm gesund geht es dem ganzen Individuum bedeutend besser, damit bliebe nun och die Frage nach dem Wie. 


Vergorene Lebensmittel enthalten, sofern sie nach der Fertigstellung nicht thermisch behandelt werden, eine riesige Menge Probiotika. Diese bilden sich im Laufe der Fermentation aus wilden oder zugesetzten Keimen, ohne sie kann keine Vergärung stattfinden. Nun müssen gehandelte Lebensmittel aber haltbar(er) gemacht werden. Das geschieht z. B. durch Erhitzen oder die Zugabe von Konservierungsmitteln. Damit werden die Mikroorganismen abgetötet, auch die in Deinem Darm. Ein Konservierungsmittel unterscheidet nicht zwischen Vorratsglas und Körperinnern. Was also liegt näher als in der eigenen Küche diese Dinge frisch selbst zuzubereiten? Es ist gar nicht schwer oder teuer. Es geradezu grotesk einfach: hast Du erst einmal ein paar Krüge und Töpfe sowie einige Starterkulturen von Kefir, Kombucha oder dem Newcomer Jun kannst Du starten. Rejuvelac benötigt nur Wasser und Getreide. Bei den drei Erstgenannten handelt es sich um eine Mischung verschiedener symbiotisch lebende Mikroorganismen. 

Kefir z. B. stammt aus dem Nordkaukasus. Vorzugswiese lebt er in Milch und vergärt diese, wobei eine geringe Menge Alkohol (bis 2 %) entsteht. Natürlich ist er aufgrund dieser Tatsache für Alkoholiker (auch für Trockene) leider ungeeignet. Schwangere und Diabetiker befragen bitte ihren Arzt dazu. Alle anderen dürfen beherzt genießen. Allen Enzymgetränken gemeinsam ist, dass sie bei regelmäßigem Genuss das Säure-Basen-Gewicht positiv beeinflussen können. Sie unterstützen den Körper durch Verstärkung der Abwehrkräfte, normalisieren den Blutdruck, lindern Kopf- und Gliederschmerzen, ja auch bei Hämorrhoiden können sie Besserung bewirken. Ebenso lindern sie Rheuma, Gicht, Diabetes, Osteoporose, Arteriosklerose oder Allergien. Kefir regt den Stoffwechsel und somit den Kreislauf, die Tätigkeit der Leber, Galle und Nieren an. Die im Kefir enthaltenen Milchsäurebakterien regen die Darmbewegung und verhindern damit Verstopfungen. Kefir gilt außerdem als probates Heilmittel bei Typhus und ähnlichen Erkrankungen, da er in der Lage ist bestimmte Erreger innerhalb von 48 Stunden abzutöten. Er enthält wie die meisten vergorenen, lebenden Getränke unter anderem Calcium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Mangan, Kupfer, Eisen, Zink, Vitamin B1 und B2, Folsäure, Pantothensäure, Vitamine der B6-Gruppe und andere. 

Für die ersten Versuche empfehle ich unbedingt einige gesunde Knollen zu bekommen, meine ersten Gehversuche startete ich mit einem Ferment aus dem Reformhaus, dessen Geschmack trotz kurzer Gärdauer viel zu intensiv war. Gut das mir eine liebe Blogfreundin kurzerhand welche vermachte :-9).
 
  Verwenden kannst Du jede Art von Tiermilch; Kuh-, Ziege- Stuten- oder Schafsmilch. Er fühlt sich auch in fettarmer oder H-Milch daheim. Doch das beste Ergebnis erzielst Du durch die Verwendung von frischer Milch, also einer, die so wenig wie möglich bearbeitet wurde. Ein nicht unwesentlicher Faktor bei der Geschmacksentfaltung des Kefirs ist die Umgebungstemperatur. Unter 18 Grad arbeiten die Hefen stärker, das Ergebnis ist ein festeres Getränk mit süßlicherem Geschmack. Über 18 Grad ist es flüssiger und leicht säuerlich.
Kefir und auch alle anderen probiotischen Getränke sind Naturprodukte, somit überrascht das Ergebnis hin und wieder. Da die Geschmäcker verschieden sind, kann kein gültiges Dogma aufgesetzt werden. Ein Eßlöffel Kefirknollen vergären einen Liter Milch selbsttätig und unkompliziert in zwei bis drei Tagen. 

 Um dem Kefir geschmacklich eine neue Note zu geben, kannst Du ihn mit Kräutern oder Gewürzen etwas Pepp verleihen. Kefir schmeckt auch als Dressinggrundlage vorzüglich, er kann in Kuchen, Brot, Brötchen und Torten anstelle von Milch bzw. Wasser verwendet werden. Zu dicker oder zu herzhafter Kefir wird mit Kräutertee oder Wasser bzw. Mineralwasser verdünnt. So prickelt er noch ein bisschen mehr, ganz sahnig, ganz anders als Kombucha, welcher feinsüffig den Gaumen kitzelt. 

Kombucha wird in Asien schon lange genossen, irgendwann schwappte er im Zuge neuerwachten Gesundheitsbewußtseins nach Europa und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Kein Wunder, dass auch hier Fertigprodukte im Getränkemarkt stehen, die mit der Zeit den Geldbeutel ganz schön schmälern. Dabei entgeht dem Käufer nicht nur das Vergnügen der Gärung in der eigenen Küche, sondern vor allen die aus Experimentierfreude geborenen unzähligen Geschmacksnuancen, denn es beeinflussen wie beim Kefir viele Faktoren das Endergebnis. Rezepturänderungen (Ansatzteesorte, Zuckersorte- und Menge), Wasserqualität, Gärdauer usw. all das lässt den Kombucha stets etwas anders schmecken. Auch der Teepilz ist eine lebendige Gemeinschaft von Bakterien- und Hefestämmen. Diese verstoffwechseln den zugesetzten Zucker zu organischen Säuren und geringen Mengen Alkohol. Der basenbildende Kombucha schmeckt säuerlich mit dem Aroma des zum Ansatz verwendeten Tees, ihm werden die gesundheitsfördernden Eigenschaften aller Enzymgetränke zugeschrieben. Bei entsprechender Pflege lebt er viele Jahre und wächst in dieser Zeit in Schichten auf mehrere Zentimeter Dicke. Diese lösen sich voneinander ab und können mit etwas Ansatzflüssigkeit verschenkt werden. Kombucha kann geschmacklich mit Fruchtsäften, der Zugabe von Trockenobst bei der Nachreife, auch mit Kräutern und Gewürzen abgewandelt werden. 
Der Motor der Veredelung zu einer probiotischen Köstlichkeit ist Zucker in all seinen Erscheinungsformen wie Rohr- Frucht- oder Milchzucker. Doch es geht noch delikater, noch edler: Jun ist ein Getränk, welches sich anschickt die Gaumen der Genießer zu erobern. Es ist eine Art Teepilz, welcher nur in mit Honig gesüßtem grünem Tee angesetzt wird.

Sucht man nach belegbaren Quellen der Herkunft des Jun, wird es mysteriös. Der Papst der Fermentierkunst - Sandor Katz meint: „... dass es sich um einen neuen Sprössling der Kombucha Familie handeln muss. Einige Quellen besagen zwar, dass Jun aus Tibet kommt, aber selbst Bücher über tibetanisches Essen und speziell über Fermente aus dieser Region beinhalten keine Hinweise auf Jun. Wie alt er auch immer sein mag, er schmeckt köstlich.“ 

Lassen wir dem Jun sein Mysterium, er unterscheidet sich auch wenn er ein Nachkomme des Kombuchas sein könnte von diesem in signifikant: Während der Kombucha, in schwarzen Tee zuhause ist und bis max. 1,9% Alkohol enthalten kann, bitzelt der Jun mit bis zu 5% Alkohol auf der Grundlage grünen Tees milder auf der Zunge. Auch mag er es gern etwas kälter (Kombucha arbeitet bei 18 - 20 Grad) und arbeitet schneller, allerdings ist er nicht so teilungsfreudig. 
 
Noch einfacher als mit Kefir, Kombucha und Co. werden aus Getreidekörnern fast über Nacht probiotische Getränke, der Rejluvac. Für seine Herstellung benötigst Du nur gekeimten Weizen, Wasser und ein großes Gefäß, das wie immer mit einem Mulltuch verschlossen werden muss. Etwas kräftiger schmeckt Rejluvac aus Roggen. Auch Gerste, Hafer, Reis oder Buchweizen oder Amarant, Quinoa, Mais nach dem Keimen fermentiert, ergibt feinen Rejluvac. Wie alle probiotischen Getränke schmeckt auch er leicht säuerlich, aber nicht unangenehm, fast schon mild und passt daher auch in Müslis oder Smothies. Diese, auch die Grünen, gewinnen durch die Zugabe bereits veredelter Gemüsesäften. So stellen sich neben den genannten Geschmacksrichtungen salzige Nuancen in den Reigen der süßen, milden oder säuerlichen probiotischen Getränke, Frischkost erfährt durch Zugabe eine ungeheure Aufwertung.  Die Zubereitung probiotischer Getränke ist denkbar einfach, nun bist Du an der Reihe: Probiere es ruhig aus, genieße haus- und handgemachte, natürlich fermentierte Köstlichkeiten. 

(Der gekürzte und leicht veränderte Artikel erschien in dem Magazin „Kochen & Küche  6 · 2017“, Stockerverlag / Österreich.) 

Es ist mal wieder Muttertag

Zum Dank für alle Arten Plag'
ist einmal jährlich Muttertag.
Die Schule schickt Anfragen
ob wir nicht einen Kuchen haben.
Verkauft wird der im Kommerztempel
und noch irgendwelcher Krempel.
Zu Haus der Tisch damit bestellt,
geht super schnell, kost' nicht die Welt.
Ob Wein mit Herzchen, Schokolade,
Blumengrüße, Dekoteile, alles fade.
Man kann ja so viel Schwachsinn schenken,
braucht gar nicht drüber nachzudenken.
Alles ist adrett verpackt -
der Handel ist da echt auf Zack.


Wer seine Mutter wahrhaft liebt,
ihr nicht von all dem Müll da gibt.
Sondern schenkt ihr Zeit für sich,
deckt öfters mal den Frühstückstisch.
Räumt sein Zimmer gründlich auf,
das es nicht so riecht daraus.
Macht sich von allein an Aufwasch ran,
strengt sich in der Schule an,
schmiert selber sich das Pausenbrot.
Bringt ihr nicht Kummer, Sorge, Not,
Ist alle Tag´ ein gutes Kind,
weil das wahre Freuden sind.

Mir bescherte der Muttertag einen Wandertag im Weitnauer Tal, hinauf auf den Sonneck.


Blick auf den Hauchenberg und die Nagelfluhkette im Hintergrund weiß bestäubt. 



Double-use-Gärtnern: 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen

Das hübsch aufgebaute, reich bebilderte 224 Seiten starke,reich bebilderte Taschenbuch stellt ca. 100
einheimische Pflanzen in einem ausführlichen Porträt dar. Ein kurzer Steckbrief mit Hinweis auf mögliche giftige Doppelgänger rundet es ab. Dies geschieht unterteilt in Kapiteln nach einer mehrjährigen Pflanzen.

Wilde und kultivierte Pflanzen lassen sich weit breitgefächerter verwenden als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das verwundert nicht, sind doch immer die Wilden Ahnen unserer Kulturpflanzen. Vielfältig sind die Anwendungsmöglichkeiten für die sie nutzenden Lebewesen. Sie sind gleichzeitig Heil-, Gewürz-, Färbe- oder Speisepflanzen für Mensch und  auch für Tiere. Sie locken Insekten an und tragen damit zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei. Sie geben Stoffe in die Umwelt ab, die auch den Boden anreichern und die Symbiose der Arten bedingt den gegenseitigen Schutz vor allerhand Krankheiten, ausgelöst durch Pilze und Bakterien. So bildet ein Gemisch allem Pflanzen immer ein Biotop, das mit sich selbst im Gleichklang ist und für den Gärtner so manche freudige Überraschung bereit. Viele dieser Pflanzen sind Landkinder noch aus der Kindheit geläufig, manche überraschen. Man lernt eben nie aus im großen Garten der Natur. Eine mehrseitige Übersichtstabelle über die Pflanzennutzung, ein Kalender der Blühzeiten nach Alphabet mit Kennzeichnung der Blütenfarbe komplettiert das Buch. Schon allein der hübschen Aufmachung und der unzähligen, liebevoll arrangierten Informationen wegen  ist das Buch eine Augenweide.

Leseprobe

Double-use-Gärtnern: 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzen
Autor Bärbel Oftring
Taschenbuch,224 Seiten
Haupt Verlag; Auflage: 1 (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3258079783


Aufstoßer, Abkettelgerät für Sockenstrickmaschine

Zu den Sockenstrickmaschinen, die sich wachsender Beliebtheit und damit stetig steigender Nachfrage erfreuen gab es seinerzeit ein Abkettelgerät. „EMBRA" war sein Name, es ist ein wahrer Glücksfall, wenn man dieses einmal zu sehen bekommt. Meine liebe Freundin Evelin ist so einer Rarität habhaft geworden und verwöhnt das Auge mit Bild und Anleitung als längst vergangenen Zeiten, in denen Heimarbeit noch allgegenwärtig war. Unten stehend die grobe Anleitung. 

Das Kettelgerät „EMBRA“ (geschützt durch D. R. G. M. und D. R.  zum Papatent angemeldet) wurde entwickelt,um das Schließen der Spitze  zu erleichtern. es sollte ursprünglich die teuren Kettelmaschinen ersetzen. Der hersteller schreibt: "In Wirklichkeit ist die ganze Sache auch gar nicht so schwer, wie es anfangs aussieht, wenn man nur einmal den richtigen Kniff beim Aufstoßen heraus hat. Also bitte ein klein wenig Geduld." (Zitatende) Nach dem Erlernen des händischen Verschließens kannst du schon beginnen:


  1. Stricke eine Tor mit loser Spannung (Fachausdruck „Langreihe“). 
  2. Nun die Spannung wieder herstellen und noch neun Touren stricken. 
  3. Brich den Faden lang ab. 
  4. Wende das Gestrick um und nimm es ab.
  5. Dann stoße die Maschen der Langreihe auf die Nadeln des Kettelgerätes, beginne bei der Masche, die am weitesten rechts liegt.
  6. Nimm die Durchziehnadel zur Hand, ziehe sie durch die beiden auf der ersten Kettelnadel liegenden Maschen.
  7. Lege den abgegetrennten Faden in die durchgeschobene, offene Nadel und ziehe sie zurück.
  8. Achte darauf, daß die Zunge der Nadel auch den Faden einschließt und führe die Durchziehnadel nun durch die beiden auf der zweiten Kettelnadel hängenden Maschen usw. 
  9. Achte darauf, daß die Durchziehnadel beim Einführen in die nächsten beiden Maschen stets genau über ihrer eigenen Schlinge liegt. Du führst also die Nadel erst durch die eigene Masche und anschließend durch die nächsten beiden auf der nächsten Kettelnadel liegenden Maschen.
Die Konstruktion der Spitze der Durchziehnadel war gerade so lang, dass eine einwandfreie Kettmasche erstellt werden konnte. Mit etwas Übung benötigt man die Langreihe später nicht mehr. 




PS: Wer eine so überaus seltene wertvolle Sockenstrickmaschine erwerben möchte oder Ersatzteile, Nadeln usw. benötigt, kann bitte die "Post-für-Mich" Funktion benutzen. Ich vermittle gerne weiter. Ihr bekommt dann ePost von Evelin, mit ihr könnt ihr alles weitere besprechen. 



Schick(lich)sal

Heja, liebe Leser,

das Frühjahr ist endlich auch im Allgäu auf dem Berg (860m) eingezogen. Die Singvögel im Garten haben es schon seit Wochen von den Bäumen geschmettert, so recht dran glauben konnte man ja nicht. Das Wetter war kalt, naß, verregnet. Die ein- oder andere persönliche Niederlage hatte ich zu verkraften, nun aber soll auch das Geschichte sein. Gelernt habe ich daraus, dass alte Sprichwörter sehr wohl tiefen Sinn haben und man ihnen besser Glauben schenkt.

1.) Einen alten Baum verpflanzt man nicht. 

Diesen muss man (und habe ich) wieder zurück verpflanzt, nun sind alle erleichtert und froh.

2.) Ein guter Freund ist mehr wert als 100 Verwandte. 

Wie wahr, wie wahr, da kann jeder ein eigenes Liedchen pfeifen, gesungen wird hier an dieser Stelle nicht. Dankeschön an Blutsverwandte und wahre Freunde: Tobias R., Jean-Erik R., Marcel B., Yvonne F., Evelin Z., Renan C., Steffanie K.

3.) Es kann nichts so schlecht sein, dass nicht etwas gutes dabei rauskommt. 

Was soll ich sagen, ich bin auf Jobsuche.

Ja, so schnell kann es gehen, nach 6 Jahren, aus, vorbei, der Chef  erkrankt. Das Gute ist, dass wir alle zusammengewachsen sind, Freunde sind. Ich bin sehr froh, dass ich die 6 Jahre dabei sein, MITarbeiten durfte. Ich habe viel gelernt, konnte Kinder und Beruf vereinen. Nun sind sie schon groß, manch eine(r) hat es da schwieriger als wir. Was bleibt, ist die Erkenntnis wahrer Freundschaft, tiefens Mitgefühls und die Bitte ans Universum: Lass ihn gesund(er) werden

Und: mit 41 kann man noch mal etwas völlig neues starten. Oder versuchen in dem Fahrwasser zu bleiben, in dem man sich am wohlsten fühlt, das einen selber am meisten anspricht, Kraft schöpfen lässt, wo man sich nicht verbiegen muss, man genau um seiner selbst willen geschätzt wird. 

4.) Wer davon redet der tut es nicht. 

Und der, der nicht von Suizid redet, der tut es? Ich habe beides erlebt, mehrfach. Es gibt kein Patentrezept als das Eine: Begegne deinen Mitmenschen mit Offenheit, Liebe und (Acht)Wachsamkeit.

Dies Euch auf den Weg.
Herzlichst
Landerun


Lob des Unkrauts: Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön

Quelle: Haupt Verlag
Auf 176 Seiten bricht die Autorin eine Lanze für all die kleinen und großen, dem Gärtner zum Verdruss gereichenden Pflanzen, die gemeinhin als Unkraut bezeichnet werden. Was aber für uns Menschen in unserer Unwissenheit Unkraut zu sein scheint, hat in der Natur seine Aufgabe, seinen festen Platz, seinen Nutzen. Verschwinden diese Pflanzen aus unserer näheren Umgebung, so verschwinden mit ihnen allerlei Insekten, die diese als Futterpflanzen nutzen. Letztlich berauben wir uns nicht nur der Vielfalt und Schönheit eines ausgewogenen Ökosystems, wir nehmen uns auch Sinnes- und Gaumenfreuden, ja auch die Möglichkeit uns Heilung im Krankheitsfall oder wenigstens Linderung zu verschaffen. Wer Disteln, Hellerkraut, Brennnesseln, Klatschmohn oder gar dem Storchschnabel zu Leibe rückt, weil er diese nicht in sein Bild passen, der begeht eine wirkliche Torheit. Sicherlich braucht man diese Pflanzen nicht in massenhaften Auftreten zwischen Kulturpflanzen, weil sie diese zurückdrängen oder gar ganz zu Ernteausfällen führen können, dennoch gebührt auch Ihnen ein Platz. So werden die Unkräuter einzeln vorgestellt, Bemerkenswertes und Wissenswertes wie zum Beispiel die Verbreitung ihrer Samen erklärt. Darüber hinaus werden giftige Doppelgänger genannt, ein kurzer Steckbrief ermöglicht einen kurzen Überblick, der mittelbare oder unmittelbare Nutzen wird dargestellt. 


Das Buch ist ein Plädoyer für wilde Ecken nicht nur im Garten, für eine Beendigung der Deklassierung und Herabsetzung einiger Pflanzengruppen. Denn Pflanzen können, wie alle Organismen sehr wohl wahrnehmen, wie wir ihnen gegenübertreten. Eine derartige Unversöhnlichkeit, die in der massenhaften aus Ausbringung von Herbiziden und Pestiziden gipfelte, kann doch nur alle Lebewesen vor uns erzittern lassen. Regulierung heißt das Gebot der Stunde, die die Mehrfachnutzung der Pflanzen möglich macht ohne zu benachteiligen. Das Pendel des Seins ist um Gleichklang bemüht, genau das vermittelt dieses Buch: Koexistenz der Arten durch liebevolles Eingreifen. 

Lob des Unkrauts: Wilde Pflanzen in Garten und Stadt - nützlich und schön
Autor Brunhilde Bross-Burkhardt
Gebunden, 176 Seiten
Haupt Verlag; Auflage: 1
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-325807907

Haushaltsreiniger, Pflegeprodukte & Co.: Natürlich, ökologisch, selbst gemacht


"Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann..." so heißt es in einem Schlager. Das tut es damals wie heute nicht, wenngleich sich eine Menge geändert hat. Es gibt es eine ganze Armada von Mitteln, nach Einsatzort und Material geordnet, selbsttätig, außerdem großes Gerät. Staubsauger und Waschmaschine sind eine riesen Erleichterung, das ist gar keine Frage. Doch brauchen wir wirklich all das was unser Putzschrank beherbergt? Haben wir nicht einfach nur Bedenken vor dem was unseren Vorfahren noch geläufig war, oder degradieren wir es einfach nur als überholt, nicht mehr zeitgemäß oder zu wenig nützlich? Woher kommt das Unbehagen? Der Sauberkeitswahn und die Angst vor Viren und Bakterien treibt gefährliche Auswüchse. Alles, bloß nicht dreckig. Das Ganze soll dann möglichst noch wenig arbeits- und zeitintensiv sich selbst reinigen. Alle Dinge haben zwei Seiten, auch unsere modernen, hochwirksamen Reiniger. Dass diese waren Chemiebomben sind, für Mensch und Tier schädlich, dass dürfte so ziemlich jedem bekannt sein. Nicht einmal bei empfohlener Dosierung ist eine Wechselwirkung ausgeschlossen. Wie man ganz einfach Allzweckreiniger für Oberflächen und Böden, Desinfektionsmittel, Fensterreiniger, Bohnerwachs und Lufterfrischer, Spülmittel und Seifen, Shampoo und Zahnpasta, Deos und Kosmetika, selbst Waschmittel, Fleckentferner und Weichspüler u.v.m. selbst herstellen kann, all das ist in diesem Buch versammelt. Es ist so einfach, preisgünstig und umweltfreundlich.

Haushaltsreiniger, Pflegeprodukte & Co.: Natürlich, ökologisch, selbst gemacht
Laetitia Royant
Aus dem Französischen übersetzt von Christian Schweiger
Taschenbuch: 96 Seiten
Stocker Verlag, Auflage: 2, deutsch
ISBN-13: 978-3702015077

Lenzembergrüße #01 / 2017

Ich grüße Euch alle, seid willkommen. Nun ist es soweit: 

die allerersten Ausgabe der Lenzembergrüße“, dem Magazin zu meinem seit September 2011 bestehenden Blog "Landeruns Hütte" erscheint. Es ist mir ein sehr wichtiges Anliegen, altes Wissen zu bewahren und weiterzugeben, damit es nicht verloren geht. Die Arbeit am Blog wird immer umfangreicher und nimmt einen großen Teil meiner freien Zeit in Anspruch. Das ist gut und richtig so, doch gibt es immer wieder Anfragen, ob es nicht auch in gedruckter bzw. e-Book-Form die Bloginhalte ausführlicher zu lesen geben könnte. Vom Blog zu Lenzembergrüße war es nur noch ein kleiner Schritt, der letzte Schubs kam von meinem Mann, alles braucht Reifezeit. Doch nun ist es vollbracht und der erste Brief aus der Taufe gehoben. 

Der Name des Magazins ist eine Wortschöpfung von mir. Er setzt sich aus dem Worten „Lenz“ und „Dezember“ zusammen und transportiert das Motto des Magazins: Vom Frühling bis zum Winter überlieferte, erprobte und für gut befundene Fundstücke um Küche und Keller aufzuzeigen. 

Das Ziel ist im Wechsel der Jahreszeiten jeweils einen Brief herauszugeben, sich an den Abläufen der Zeiten haltend, mit alten Rezepten, Überlieferungen, Mythen und Brauchtum unserer schönen Heimat Deutschland und Mitteleuropa. Wir werden über den Tellerrand schauen zu unseren Nachbarn. Geschichten erzählen, Vergessenes ausgraben und auf eine Reise zu unseren Wurzeln gehen. Jedes Mal neu und immer mit dem gleichem Ziel.Gesucht wird das Bewährte, keine Nostalgie, das Gesunde, das Ursprüngliche. Das findest Du in diesen und in den folgenden Briefen, sowie auf weiterhin hier auf dem Blog. Ausführlich, großformatig, natürlich farbig, detailliert. Ziel ist in - hoffentlich bald - regelmäßigen Abständen ein Blogmagazin herauszugeben. 

Wer etwas zu Lenzembergrüße" beisteuern möchte, darf mich bitte per Mail kontaktieren. 

Bleibt mir gewogen.
Landerun

Erste Ausgabe: 70 Seiten. Bezug per Download über Amazon

Inhalt der Ausgabe 01/2017


  • Grete Flach
  • Beifuss
  • Narrenmond & Gerstenwasser
  • Knoblauchtinktur für alle Fälle
  • Gerstenwasser
  • Milchsaure Getränke aus Getreide
  • Bulgarisches Boza
  • Ich hätt  so gerne Frühling
  • Jeder mag Klöße
  • Sojamilch selbst gemacht
  • Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche , Ostara 21. März
  • Mönchspfeffer bei Unfruchtbarkeit
  • Kopfweh - und was du dagegen tun kannst.
  • Kräuterkissen
  • Kräutergarten anlegen
  • Tag wie dieser – Zitronen
  • Duftlampe
  • Haarspülung
  • Massageöl
  • Teufelskralle  Harpagophytum procumbens
  • Pestwurz
  • Eisenhut - Aconitum napellus
  • Wermut- wermuota (althochdeutsch)
  • Schädlingsbekämpfung im Garten
  • Mythologie
  • Bellis perennis - Gänseblümchen zum Essen
  • Salat
  • Gemüse
  • Suppe
  • Brotaufstrich
  • Deutsche Kapern
  • Gartenflieder
  • Rund um den Nadelbaum
  • Baumharzöl / Baumharzsalbe
  • Die Zähne und das Drumherum
  • Natron, Natriumbicarbonat - Tausendsassa :-) 46
  • Heut soll das große Flachsernten sein
  • Der Mai ist gekommen
  • Freitag-der-13-Torte
  • Osterkuchen
  • Rhabarber-Quark-Kuchen / Rhabarber-Saft-Kuchen
  • Landeruns Orangenkuchen - Frühlingskuchen, saftig und locker
  • Mandelmus selbst gemacht
  • Brotgewürzmischungen für Hausgebackene
  • Wenn ein Schwan fliegt
  • Impressum